Schweden wollen zu "Euroland" gehören
- Wirtschaft sieht die Nichtteilnahme als Fehler
- Bevölkerung ist mehrheitlich für den Euro

300 Millionen Europäer genießen seit bald fünf Monaten die Vorteile der europäischen Einheitswährung - und die Wirtschaft in zwölf EU-Staaten profitiert schon seit 1999 vom Euro. Ausnahmen sind nur Großbritannien, Dänemark und Schweden. Zumindest in Schweden könnte das bald anders werden.
Hier wird die Nicht-Teilnahme am Euro als Fehler gesehen, wie das Wirtschaftsblatt berichtet. "Es ist schade, dass wir nicht dabei sind", sagt der schwedische Aussenhandelsrat: "Wir konnten zwar beobachten, wie sich die Gemeinschaftswährung entwickelt, hatten dadurch aber keine Vorteile. Jetzt, wo es gut läuft, verliert Schwedens Wirtschaft eher an Boden."
Unternehmer drängeln
90 Prozent der schwedischen Unternehmer wären schon lieber heute als morgen in der Eurozone. Doch so schnell geht's nicht. Zunächst müssen die Parlamentswahlen im Herbst abgewartet werden, obwohl "jede Regierung, egal in welcher Zusammensetzung, Schweden in die Eurozone bringen wird", wie Jan Herin, Vizepräsident der Arbeitgebervereinigung Svenskt Näringsliv, versichert. Das nötige Euro-Referendum soll "im März 2003 stattfinden".
Die Bevölkerung ist mittlerweile mehrheitlich für das Ende der schwedischen Krone, wenn auch nur mit knapp 50 Prozent gegenüber 44 Prozent Traditionalisten. Jan Herin geht aber davon aus, dass der Prozentsatz der Befürworter nach der Sommerreisesaison – wenn die Schweden den praktischen Vorteil der einheitlichen Währung in zwölf Ländern erlebt haben – steigen wird.
Bitte um Sonder-Erlaubnis
Am Tag nach dem Referendum, so zumindest der Plan im Finanzministerium, soll der Antrag auf Mitgliedschaft in der Währungsunion gestellt werden. Herin: "Wir hoffen die verpflichtende zweijährige Mitgliedschaft im EWS verkürzen zu können und zumindest schon am 1.1.2005 in der Eurozone dabei zu sein."
Ein Grund für die Eile: Schweden will in jedem Fall vor den künftigen EU-Mitgliedern am Euro teilnehmen. Schwedens Unternehmer machen das zum Teil bereits. Viele grosse Firmen rechnen bereits in Euro, um am europäischen Markt besser mithalten zu können.

