12.000 Stellen wegen Fiat-Krise gefährdet
- Belegschaft legt am Freitag Arbeit nieder
- Regierung verspricht Notstandsmaßnahmen

Die italienischen Gewerkschaften warnen einem massiven Stellenabbau infolge der Krise beim Automobilkonzern Fiat. Nach Angaben des Arbeitnehmerverbands CGIL sind insgesamt 12.000 Arbeitsplätze gefährdet. Neben den 2.887 Stellen, die Fiat streichen will, werde die Krise des Turiner Konzerns auch Auswirkungen auf zuliefernde Klein- und Mittelbetriebe haben.
Auch Fiat-Präsident Paolo Fresco hält die Prognosen der Gewerkschaften für realistisch. "Man kann sagen, dass bis zu 10.000 Arbeitsplätze gefährdet sind", sagte Fresco. Jede gestrichene Stelle bei Fiat bringe weitere drei bis vier Arbeitsplätze in der Zuliefererindustrie in Gefahr.
Am größten sind die Sorgen der Arbeitnehmer in Turin, wo die meisten Fiat-Werke konzentriert sind. Die Fiat-Belegschaft will am kommenden Freitag zwei Stunden lang die Arbeit nieder legen, um gegen den massiven Stellenabbau zu protestieren. Die Arbeitnehmerverbände wollen in den nächsten Tagen Arbeitsminister Roberto Maroni treffen, der die Bereitschaft der Regierung bekundete, Maßnahmen zur Unterstützung der Autobranche zu ergreifen.
Fiat-Geschäftsführer Roberto Cantarella erklärte, dass man das Problem mit flexiblen Mitteln in Angriff nehmen müsse. Er wies jedoch Berichte zurück, wonach die Regierung Steuerbegünstigungen zur Verschrottung alter Autos plane, um den flauen Arbeitsmarkt zu beleben.
Nach Angaben des Fiat-Managers wird die Situation auf dem italienischen Automarkt in diesem Jahr weiterhin schwierig bleiben. Bis Jahresende werde ein 15,6-prozentiger Rückgang erwartet, sagte Cantarella. Die Zahl der verkauften Autos werde von 2,43 Millionen auf 2,05 Millionen Autos sinken. Fiat hält jedoch bis zum Jahresende eine Rückkehr in die Gewinnzone für möglich. "Im zweiten Quartal werden wir noch immer Geld verlieren", sagte Spartenchef Giancarlo Boschetti. "Aber im vierten Quartal könnten wir nach einer schrittweisen Verbesserung ein positives Ergebnis sehen."

