Freitag, 17. Mai 2002

Agentur für Gesundheit und Ernährung präsentiert

  • 19 Dienststellen unter einem Dach vereint

Die "Österreichische Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit" haben Gesundheitsminister Haupt und Landwirtschaftsminister Molterer in Wien präsentiert. Ab 1. Juni sollen in dieser Organisation des Bundes Fachleute alle Bereiche des Gesundheitsschutzes und der Lebensmittelsicherheit überwachen. Österreich werde damit im EU-Raum eine Vorreiterrolle haben, hieß es.

"Wir wollen nicht die Musterknaben spielen", erklärte Haupt. Traditionell werde in Österreich aber mehr Wert auf Lebensmittelsicherheit gelegt, als in anderen Ländern. Deshalb habe man sich zu dieser Konzentration von international anerkannten Experten entschlossen. 626 Beamte aus seinem Ressort und weitere 614 Mitarbeiter aus dem Ressort von Molterer stellen das "Startkapital" der Ernährungsagentur dar.

Rund 33 Millionen Euro stehen laut Haupt heuer zur Verfügung. Nächstes Jahr werden die Aufwendungen für die Ernährungsagentur rund 57 Mio Euro ausmachen. Vom Stall und der Saatgutkontrolle über Verarbeitung und Veredelung bis zum Konsumenten sei in Zukunft eine lückenlose Überwachung und Analyse möglich. Dadurch könnten auch Verhaltensstrategien entwickelt werden, um nicht von Skandalen (Wein, Futtermittel, Anm.) überrascht zu werden.

Die Konsumenten haben ein Recht auf sichere Lebensmittel, erklärte Molterer. Mit der Zusammenlegung von insgesamt 19 Dienststellen seien alle Experten aus den Bereichen Lebensmittel-, Veterinär-, Landwirtschafts- und Medizinwissen vereint.

Die neue Agentur sei ein wichtiger Schritt zur Realisierung des österreichischen Lebensmittelmodells, das Molterer als Pyramide sieht. Die Wünsche der Konsumenten nach Sicherheit, Qualität, Herkunftskennzeichnung und Vielfalt der Produkte sollen die Eckpfeiler darstellen. Die breite Basis darauf wird von den Produkten gebildet, die den gesetzlich abgesicherten Standards entsprechen. Kontrollierte Gütesiegelqualität mit klaren und strengen Qualitäts- und Herkunftsregeln steht bereits eine Stufe höher. An der Spitze dieser "Lebensmittelpyramide" finden sich laut Molterer die biologisch erzeugten Nahrungsmittel.

Ihren Sitz wird die Agentur in Wien-Donaustadt haben. Drei weitere Außenstellen in den Bundesländern bleiben erhalten, erklärten die beiden Minister. Sie boten den Ländern auch an, sich an der Ernährungsagentur zu beteiligen. Einheitliche Überprüfungsmethoden könnten einen ersten Schritt dazu darstellen.

17.5.2002 13:25