Freitag, 17. Mai 2002

Erneuter Versuch auf Betreiben Japans gescheitert

  • Umweltschützer werfen Japan Erpressung vor
  • Ausnahmeregelungen für US-Indianer aber durchgesetzt

Die Mitglieder der Internationalen Walfangkommission (IWC) haben bei ihrem Jahrestreffen im japanischen Shimonoseki den Antrag der USA und Russlands zu Fangquoten für Eskimos endgültig abgelehnt. Begrenzte Fangrechte für amerikanische Indianer wurden in einer separaten Abstimmung am Freitag aber doch noch gebilligt. Japans Veto gegen Ausnahmeregelungen für die Naturvölker war zu einem der Hauptthemen der Versammlung geworden. Die jährliche Walfangkonferenz endete am Freitag und soll 2003 in Berlin stattfinden.

Erstmals in der Geschichte der IWC wurde den meisten Naturvölkern das Fangen von Walen verboten. Auslöser dafür war die Ablehnung eines Antrags Tokios auf Tötung von 50 Zwergwalen in den japanischen Küstengewässern. Dieses Vorhaben wurde von der Konferenz als "zu kommerziell" eingestuft. Als Reaktion darauf stellte sich Japan in der Frage der Fangquoten für Naturvölker gegen die USA und Russland. Der amerikanische Delegationsleiter Rolland Schmitten sprach von der ungerechtesten Abstimmung in der IWC-Geschichte.

Die USA wollten die Jagd von jährlich 60 Walen durchsetzen - 56 Grönlandwalen im Siedlungsgebiet der Eskimos sowie vier Gray-Zweizahnwalen im Gebiet der Makah-Indianer. Russland hatte um die Erlaubnis zur Tötung von 120 Grauwalen für das Volk der Tschukotka im Nordosten des Landes gebeten. Der russisch-amerikanische Antrag über Ausnahmeregelungen für die Eskimos hätte die Fangquoten der kommenden fünf Jahre festgelegt, nun wurde nur den Makah-Indianern der Walfang gestattet. Der Sprecher der amerikanischen Inuit, George Ahmaogak, zeigte sich über die Zukunft des Eskimo-Volkes besorgt: Der Walfang habe den Inuit über Jahrtausende hinweg eine Ernährungsgrundlage geboten.

Island als Vollmitglied abgelehnt
Weitere Themen der Konferenz waren humane Tötungsarten für Wale für den Fall einer Jagd. Außerdem versuchten mehrere Länder den Abbruch des umstrittenen japanischen Wal-Forschungsprogramms zu erreichen, das die Tötung Hunderter Wale jährlich erlaubt. Islands Bitte um eine Aufnahme in die Walfang-Kommission als Vollmitglied war am Anfang der Konferenz abgelehnt worden, woraufhin das Land mit der Wiederaufnahme des Walfangs gedroht hatte.

Die Ergebnisse der heute, Freitag, zu Ende gegangenen Tagung der Internationalen Walfang Kommission (IWC) in Shimonoseki/Japan seien unter starkem japanischen Druck zu Stande gekommen, kritisierte die Umweltorganisation World Wide Fund for Nature (WWF) in einer Aussendung. Der WWF verurteilte die "Blockade-Politik Japans" und wies dem Gastgeberland die Hauptschuld für versäumte Gelegenheiten bei den internationalen Anstrengungen zum Erhalt der Wale zu.

17.5.2002 11:18