Donnerstag, 16. Mai 2002

Inflationsrate auf 1,8 % gesunken

  • Telefonieren billiger - Kfz-Versicherungen spürbar teurer
  • Treibstoffe deutlich teurer

Die Inflationsrate ist in Österreich im April auf 1,8 Prozent gesunken. Damit lag die Teuerung leicht unter den beiden Vormonaten mit jeweils 1,9 Prozent im Jahresabstand. Im Vergleich zum Vormonat März haben sich die Preise im Durchschnitt um 0,4 Prozent erhöht, wie die Statistik Austria bekannt gab.

Der für die Währungsunion errechnete Harmonisierte Verbraucherpreisindex (HVPI) Österreichs ist im April mit 1,6 Prozent im Jahresabstand ebenfalls etwas niedriger als in den beiden Vormonaten ausgefallen (März und Februar 1,7 Prozent). Der VPI (2000=100) lag im April bei 104,3 und der HVPI (1996=100) bei 108,6.

Telefonieren billiger
Inflationsdämpfend wirkte sich beim nationalen VPI im April im Jahresabstand der Bereich Nachrichtenübermittlung aus (-0,8 Prozent), der als einziger rückläufige Preise aufwies: Telefondienstleistungen verbilligten sich gegenüber April 2000 um 1,7 Prozent, Telefon Festnetz um 2 Prozent, Internet- und Onlinegebühren um 1 Prozent, Mobiltelefon um 2 Prozent. Alle anderen Preise zeigten dagegen steigende Tendenz, wobei laut Statistik Austria allein die Gruppen "Verschiedene Waren und Dienstleistungen (+3,2 Prozent) und Nahrungsmittel (+1,8 Prozent) etwas mehr als ein Siebentel zur Teuerungsrate im Jahresabstand beitrugen.

Preisschub bei Versicherung, Obst und Gemüse
Einen deutlichen Preisschub im Jahresabstand verzeichneten auch Versicherungen (+3,5 Prozent), im besonderen Kfz-Versicherungen (+4 Prozent; Haftpflicht +3 Prozent, Teilkasko +7 Prozent). Preissteigerungen bei Nahrungsmitteln gab es für Obst (insgesamt +7 Prozent; darunter etwa Tafeläpfel +13 Prozent), Milch, Käse und Eier (insgesamt +4 Prozent; Schlagobers +18 Prozent) und Gemüse inklusive Kartoffeln (+6 Prozent; Tomaten +41 Prozent).

Billige Hotels - teure Kultur
Die Preise in Restaurants und Hotels (-0,3 Prozent) sanken im Monatsabstand im Schnitt leicht, wofür laut Statistik Austria vor allem die Beherbergungsdienstleistungen mit -2,6 Prozent (davon Hotels, alle Kategorien -1 Prozent; Privatzimmervermittlung -3 Prozent) verantwortlich zeichneten. Inflationsdämpfend entwickelte sich auch der Bereich Nachrichtenübermittlung (-0,5 Prozent), wobei Verbilligungen bei Telefonapparaten (-5,4 Prozent), bei Mobiltelefongeräten (-6 Prozent) und bei Komforttelefonen (-5 Prozent) zu dieser Entwicklung beitrugen.

Preissteigerungen festgestellt wurden im Monatsabstand bei Ausgaben für Freizeit und Kultur (+0,5 Prozent), bei Bekleidung und Schuhen (+1,0 Prozent) und beim Verkehr (+2,1 Prozent). Für erstere waren Preiserhöhungen für Pauschalreisen (+1,5 Prozent; Städteflug +12 Prozent) sowie für Spiel- und Hobbywaren (+11 Prozent; PC-CD- Rom-Spiel +32 Prozent) verantwortlich, bei Damen- und Herrenbekleidung (jeweils +1 Prozent) waren die Preistreiber der Herrenblazer und die Damenjacke (je +3 Prozent). Die Preise für den Luftpersonenverkehr zogen ebenso an (+9 Prozent) wie jene für den Betrieb von privaten Verkehrsmitteln (+3,1 Prozent).

Treibstoffe aber deutlich teurer
Dabei waren es die Treibstoffpreise, die sich im April gegenüber dem Vormonat März 2002 wieder spürbar erhöhten (Super- und Normalbenzin je +9 Prozent, Diesel +6 Prozent), jedoch noch immer unter dem Vorjahresniveau (April 2001) lagen (Super -2 Prozent, Normal -3 Prozent, Diesel +1 Prozent).

16.5.2002 10:12