Deutsche Telekom baut bis zu 30.000 Arbeitsplätze ab
- Festnetzgesellschaft T-Com am stärksten betroffen

Die Deutsche Telekom plant nach Informationen der Dienstleistungsgewerkschaft ver.di den Abbau von 30.000 Stellen. "Wir wurden zu Beginn der laufenden Tarifrunde eher beiläufig über die Absicht des Arbeitgebers informiert, so viele Arbeitsplätze zu vernichten", berichtete ver.di-Vorstandsmitglied Rüdiger Schulze am Donnerstag in Berlin. Die Pläne des Telekommunikationsriesen seien "völlig inakzeptabel". Einen Zeitraum für den Personalabbau nannte die Gewerkschaft allerdings nicht.
Ein Telekom-Sprecher betonte in einer Stellungnahme die Beschäftigten, es drohe keine Entlassungswelle. Zwar werde auch in Zukunft - wo nötig - Personal abgebaut. Doch werde dies über einen längeren Zeitraum geschehen. Die Deutsche Telekom plane keine Beschleunigung des Personalabbaus und werde sich an die Vereinbarung mit der Gewerkschaft halten, die einen Verzicht auf betriebsbedingte Kündigungen bis Ende 2004 vorsehe. Konkrete Zahlen über den geplanten Stellenabbau nannte der Sprecher allerdings nicht.
Die Telekom hat in den vergangenen zehn Jahren bereits gut 100.000 Arbeitsplätze sozialverträglich abgebaut. Dies bedeutet einen Durchschnitt von rund 10.000 Stellen pro Jahr. "Wir stehen voll im Wettbewerb. Da wo Stellen nicht mehr benötigt werden, müssen wir sie abbauen", hieß es in Unternehmenskreisen.
Der Gesamtbetriebsratsvorsitzende der Deutschen Telekom, Wilhelm Wegner, warnte, mit der Ankündiung eines derartigen Stellenabbaus "verspielt die Telekom jedes Vertrauen bei den Beschäftigten". Der Betriebsrats-Chef wertete das Vorgehen des Unternehmens als Versuch, auf Kosten der Beschäftigten Entschlusskraft und Handlungsfähigkeit zu demonstrieren, um die Aktionäre im Hinblick auf die bevorstehende Hauptversammlung zu beeindrucken.

