Mittwoch, 15. Mai 2002

FORMAT: Der letzte Pleite-Tango um Libro

  • NEWS: Ex-Boss Rettberg ante portas?

Der Wiener Unternehmensberater Rudolf Haberleitner will die schwer angeschlagene Buch- und Medienhandelsunternehmung Libro AG mit einem Konsortium übernehmen, dem auch die deutsche Textilhändler Familie Wöhrl, Ex-Eigentümer von Kleider Bauer, angehört. Dies berichtet das Nachrichtenmagazin FORMAT in seiner am Freitag erscheinenden Ausgabe. Möglicherweise erfährt das Drama Libro aber auch eine Wendung der eher speziellen Art. So könnte schon bald Ex-Boss Rettberg wieder ante portas stehen. Als Konsulent einer Finanzgruppe.

FORMAT zitiert Rudolf Haberleitner mit den Worten: "Im von mir angeführten Konsortium befinden sich Größen aus der Branche, also keine reinen Finanzinvestoren." Sanierer Haberleitner sorgte im vergangenen Herbst für Aufregung in der Politik: Verkehrsministerin Monika Forstinger wollte den Aufsichtsrat der staatlichen Pleiteholding auch als Konsulent für bis zu zehn Arbeitstage pro Monat (Tagesgage: 30.000 Schilling) anheuern.

Wie FORMAT weiter berichtet, ist auch die Nürnberger Textilhandelskette Wöhrl, die 1999 den österreichischen Konkurrenten Kleider Bauer gekauft und schon ein Jahr später in den Konkurs geschickt hat, Mitglied des Haberleitner-Konsortiums.

Unternehmenschef Gerhard Wöhrl bestätigt gegenüber FORMAT: "Wir arbeiten intensiv an der Übernahme. Meine Rolle wäre, die gesamte Produktpalette, die nichts mit Büchern zu tun hat, zu betreuen. Da kenne ich mich gut aus." Wöhrl soll mitterlweile auch die Münchner Buchhandelskette Hugendubel (200 Millionen Umsatz, 1200 Mitarbeiter) an Bord geholt haben.

Mehr dazu finden Sie im aktuellen FORMAT

Rettberg ante portas?
Möglicherweise erfährt das Drama Libro aber auch eine Wendung der eher speziellen Art, berichtet das Nachrichtenmagazin NEWS in seiner aktuellen Ausgabe. So soll dem Vernehmen nach eine ausländische Finanzgruppe ausgerechnet einen gewissen André Rettberg als Konsulenten angeheuert haben – jenen Mann, der den ehemals hoffnungsfrohen Konzern als Vorstandschef und Miteigentümer in eine waghalsige Expansion trieb, um anschließend mit 334 Millionen Euro Passiva die zweitgrößte Pleite des vergangenen Jahres zu produzieren.

15.5.2002 14:10