Montag, 13. Mai 2002

Neue Wellbeing GmbH pusht Österreich-Reisen

  • Dachmarke für heimischen Gesundheits-Tourismus
  • 1,1 Milliarden Euro Wertschöpfung im Jahr

Rund ein Jahr ist sie alt, die "Cluster-Initiative" des Wirtschaftsministeriums: Österreich sollte damit als Top-Gesund-Destination Europas beworben werden. Jetzt nimmt das Projekt Gestalt an. Neun österreichische Unternehmen und Organisationen aus dem Gesundheits-Bereich haben sich nun zur Wellbeing GmbH zusammen geschlossen.

Das neue Unternehmen will künftig acht Schlüsselprojekte im Wellness-Tourismus umsetzen und neue Märkte erschließen.

10% der Touristen kommen wegen Gesundheit
Rund 10 Prozent aller Österreich-Gäste verbringen in Österreich derzeit einen Gesundheitsurlaub. Die Wertschöpfung daraus beträgt jährlich 1,1 Mrd. Euro bei rund 11,3 Mill. Gästen. Der Gesundheitstourist ist mit durchschnittlichen Tagesausgaben von 98 Euro ausgabefreudiger als der durchschnittliche Österreich-Gast, der pro Tag im Schnitt 74 Euro ausgibt.

Mit Wachstumsraten von teilweise 150 bis 200 Prozent zählt der Gesundheitstourismus zu den dynamischsten Tourismussegmenten. In Österreich stünden derzeit etwa 10 Thermenprojekte vor der Realisierung, betonte Tourismus-Staatssekretärin Mares Rossmann (F) heute, Montag, bei einer Pressekonferenz.

Qualitäts-Kriterien
"Um die internationale Wettbewerbsfähigkeit Österreichs als Gesundheitsdestination zu stärken, sind Qualitätskriterien nötig", bemerkte Rossmann. Italien, Spanien, Ungarn und exotische Destinationen sind derzeit die stärksten Mitbewerber Österreichs im Bereich Gesundheitsdestination, berichtet der Geschäftsführer des Beratungsunternehmens Invent, das den Bund bei der Clusterinitiative berät.

Zu den geplanten Schlüsselprojekten zählt die Entwicklung einer Dachmarke für den österreichischen Gesundheitstourismus, die ab 2003 eingeführt werden soll. Weiters sollen ein international anerkanntes Qualitätsgütezeichen umgesetzt, neue Märkte erschlossen, ausländische Großinvestoren gesucht und ein Kompetenzzentrum gegründet werden.

Bund zahlt wenig
Der Bund hat bisher 360.000 Euro für die Clusterinitiative zur Verfügung gestellt, Tendenz fallend. Mit der Wellbeing GmbH soll das Projekt künftig zunehmend von privaten Händen geführt werden. Zu den neun Gründungsmitgliedern der Wellbeing GmbH zählen die Tirol und Kärnten Werbung, das Steirische Thermenland sowie die privaten Gesundheitsunternehmen Rogner.com, allergie Alpin, Fit4kid.com Hotels, Humanomed, Reha Zentrum Bad Pirawartz sowie Schlank & Schön.

Mit anderen Unternehmen aus der Branche ist man noch in Verhandlungen. Ziel: Rund 15 Gesellschafter für die Wellbeing GmbH zu gewinnen. Über Kooperationen kann künftig aber jeder österreichische Wellnessbetrieb an der Wellbeing GmbH teilhaben. Ab Herbst 2002 wird in Österreich mit dem "Wellness-Lehrling" eine neue Lehre offiziell eingeführt, die an den bestehenden "Fitnessbetreuer" angelehnt ist.

13.5.2002 12:43