Donnerstag, 16. Mai 2002

Absolutes Chaos bei Vergabe der WM-Tickets

  • Japanisches Organisationskomitee stellt FIFA Ultimatum
  • 500.000 Karten sollen noch immer fehlen

Zehn Tage vor Beginn der Fußball-WM ist in den Ausrichterländern Südkorea und Japan ein Chaos um die Zuteilung der Eintrittskarten ausgebrochen. Das japanische Organisationskomitee (JAWOC) richtete am Dienstag einen Krisenstab ein und stellte dem Weltverband (FIFA) ein Ultimatum. Binnen 24 Stunden solle die FIFA verbindlich erklären, ob die noch ausstehenden Tickets bis zum Freitag in Japan eintreffen. Wenn nicht, müssten Notpläne für einen Expressversand an die Besteller erstellt werden.

Ein JAWOC-Sprecher beschrieb die Lage als "dramatisch". Nach Angaben von JAWOC und dem koreanischen Organisationskomitee (KOWOC) fehlen noch etwa 500.000 Karten. Schuld soll die britische FIFA-Ticket-Agentur Byrom haben.

Lee Kwang Chan vom Ticketbüro bei KOWOC sagte, "zahllose" Fans hätten sich über Probleme mit der Ticketausgabe beklagt. Nach Angaben der Karten-Vorverkaufsstelle in Seoul reichten die Beschwerden über die Ausgabe von Tickets für das falsche Spiel bis hin zu Buchungs- und Systemfehlern auf der Internet-Verkaufsseite der FIFA. In manchen Fällen seien Anträge für Karten storniert worden, die bereits bezahlt worden seien. Andere hätten sich beklagt, dass mehr Tickets auf einen Namen gebucht als beantragt worden seien.

Bisher sind in Südkorea erst schätzungsweise 20 Prozent von etwa 600.000 bestellten Karten ausgegeben worden, sagte Lee. Die Ticketausgabe hatte bereits wegen Problemen beim Drucken und der Zuteilung von Tribünenplätze verschoben werden müssen. Die bestellten Karten können sich die Antragsteller an Bankenschaltern und Poststellen abholen.

In Seoul äußerten sich Vertreter von KOWOC wegen der Schwierigkeiten ungehalten. Byrom sei bereits mehrfach schriftlich aufgefordert worden, die Situation um die Kartenverteilung zu klären, sagte ein Sprecher. Eine Antwort sei bisher ausgeblieben.

Auch JAWOC wies die Verantwortung für die Verzögerung bei der Kartenausgabe von sich. Die Veranstalter hofften jedoch, bis zu den ersten Spielen in Japan am 1. Juni alle Karten zu erhalten. "Trotzdem ist die Ankunft der Tickets nicht sicher", hieß es in Tokio. Notfalls wolle man die Tickets am Spieltag an den jeweiligen Stadien an die Fans ausgeben.

In Südkorea waren mehr als 200.000 der im Inland erhältlichen 816 .000 Karten noch nicht verkauft. Im Ausland wurden 600.000 Tickets für die 32 Spiele im Süden der koreanischen Halbinsel angeboten.

16.5.2002 10:22