Mittwoch, 15. Mai 2002

Rapid-Präsident Edlinger antwortet Lothar Matthäus

  • "Er war eine klare Fehlinvestition"
  • "Prüfen, ob vereinsschädigendes Verhalten vorliegt"

Rapid-Präsident Rudolf Edlinger gab seinem Unverständnis über den Matthäus-Rundumschlag in NEWS Ausdruck: "Ich finde das zutiefst merkwürdig, denn Matthäus vergisst, dass er noch immer Angestellter des SK Rapid ist. Wir werden die Äußerungen dahingehend juristisch prüfen lassen, ob vereinsschädigendes Verhalten vorliegt." Andreas Herzog wundert sich über den "schlechten Stil" von Loddar (siehe kasten rechts).

"Dann wäre der Tatbestand der Entlassung gegeben", erklärte Edlinger. Damit könnte Rapid unter Umständen die Höhe der Abfindung für den Ex-Teamchef drücken. Die noch ausständige, von Matthäus mit 800.000 Euro bezifferte Summe ist für Edlinger nicht nachvollziehbar. "Im Vertrag sind bei vorzeitiger Kündigung fünf Millionen Schilling - das sind bei mir nicht einmal 400.000 Euro - festgeschrieben", meinte der Rapid-Boss.

Der frühere Finanzminister holte zum Gegenschlag aus. "Matthäus geht in die Rapid-Geschichte ein. Noch nie hat es einen erfolgloseren und teureren Trainer gegeben. Er war eine klare Fehlinvestition." Auch der Vorwurf, es hätte Interventionen bei der Aufstellung gegeben, ist für Edlinger nicht haltbar. "Das ist kompletter Unsinn. Weder von mir, noch vom Präsidium oder Management sind in dieser Hinsicht Gespräche mit ihm geführt worden."

Außerdem sei die Reputation von Matthäus eine zweifelhafte. "Jemand, der fast noch öfter in Klatschspalten als auf Sportseiten auftaucht, kann kein gutes Vorbild für die Jugend sein - und ich habe eine junge Mannschaft."

Für den Rekord-DFB-Internationalen verspüre er ein Gefühl des Bedauerns. "In gewisser Weise tut er mir leid, denn er ist für seine 41 Jahre ein relativ unfertiger Mensch. Ich bin menschlich schwer enttäuscht, auch weil ich ihn intellektuell überschätzt habe."

15.5.2002 19:06