Ex-Weltklasse-Kicker Kubala in Barcelona gestorben
- Nationalspieler für drei Länder

Ladislao Kubala, einer der besten Fußballer aller Zeiten, ist tot. Der Ex-Weltstar und langjährige Trainer der spanischen Nationalelf starb am Freitag in Barcelona nach langer Krankheit im Alter von 74 Jahren. Der gebürtige Ungar war in den 50er Jahren beim FC Barcelona das Gegenstück zu Alfredo di Stefano, dem großen Star des Erzrivalen Real Madrid, gewesen.
Als einziger Spieler der Fußballgeschichte spielte Kubala für die Nationalteams drei verschiedener Länder. Er trug sechs Mal die Farben seines Geburtslandes Ungarn, bestritt elf Länderspiele für die Tschechoslowakei (für die er auf Grund der slowakischen Abstammung seiner Eltern spielberechtigt war), und er kickte 19 Mal für seine Wahlheimat Spanien. Seine Spielkunst machte ihn zur Legende. Er war technisch noch versierter als Di Stefano, allerdings weniger kampfstark und galt daher zuweilen auch als "etwas faul".
Sein Leben in den Wirren der Nachkriegszeit war so bewegt, dass es Stoff für mehrere Spielfilme bieten würde. In der Uniform eines Sowjetsoldaten flüchtete Kubala 1948 von der Tschechoslowakei nach Österreich und gelangte von dort mit falschem Pass nach Italien. Dort litt er Hunger und lebte von Hilfen. Ein Vertrag beim AC Torino scheiterte am Veto des Weltverbandes FIFA. Daraufhin ging Kubala in das von der Franco-Diktatur beherrschte Spanien.
Kubala unterschrieb beim FC Barcelona, für den er von 1950 bis 1961 in 329 Spielen 243 Tore schoss und mit dem er vier Mal Meister wurde. Danach spielte er noch in Kanada und übernahm später Trainerposten in Spanien und anderen Ländern. Von 1969 bis 1980 war Kubala spanischer Nationaltrainer, länger als jeder andere Coach. Einen Titel vermochte er allerdings nicht gewinnen. Zuletzt hatte er 1995 die Nationalelf von Paraguay betreut.
