Freitag, 17. Mai 2002

Heirat und Kinder können für Mutola warten

  • "Commonwealth Games, WM und Olympia haben Vorrang"

Maria Mutola, Olympiasiegerin und amtierende Weltmeisterin (Halle und Freiluft) über 800 m, hat keine Eile, unter die Haube zu kommen und Kinder zu bekommen. "Das kann warten. Erst einmal haben Ziele wie die Commonwealth Games, die Weltmeisterschaften und Olympische Spiele Vorrang", betonte die 29-Jährige aus Mosambik nach ihrem Auftritt beim Leichtathletik-Meeting in Nairobi. Beim Internationalen Leichtathletik-Meeting am 19. August auf der Linzer Gugl wird Maria Mutola über 800 m wieder auf ihre Erzrivalin Stephanie Graf treffen (siehe Kasten rechts).

Die "goldene" Mutola erklärte, dass übereilte Heirat und Familienplanung der Hauptgrund dafür seien, warum viele Sportkarrieren von Afrikanerinnen bereits zu Ende gehen, bevor sie überhaupt richtig begonnen haben. "Es gibt so viele gute Athletinnen im Juniorinnen-Bereich, die aber dann verschwinden, weil sie schon mit 21 oder 22 Jahren heiraten."

Lebt in den USA
Maria de Lourdes Mutola wurde am 27. Oktober 1972 in Maputo geboren, verließ ihre Heimat Mosambik, wo sie beim Fußball spielen dem Poeten und Teilzeit-Leichtathletik-Coach Jose Craverinha aufgefallen war, aber bereits als 14-Jährige, nachdem sie ein Schulstipendium vom Olympischen Solidaritätskomitee erhalten hatte. Seither lebt das nur 1,62 m große und 61 kg schwere Muskelpaket in Eugene im US-Bundesstaat Oregon.

"Eigenen Ziele verfolgen"
Den Umzug in die Vereinigten Staaten sieht Mutola als entscheidenden Vorteil. "Dort habe ich Dinge gelernt, die ich gerne anderen jungen Frauen vermitteln möchte. So sollten junge Mädchen besser geschult werden, um zu wissen, was es braucht, um ein Champion zu werden, und wie man gewisse Dinge in Angriff nehmen muss. Sie müssen dazu erzogen werden, ihre eigenen Entscheidungen zu treffen und eigenen Ziele zu verfolgen."

Stiftung gegründet
Mutola hat bereits eine Stiftung in ihrer Heimat Mosambik gegründet. "Ich will damit jungen Mädchen und Burschen helfen, ihre sportlichen Träume zu verwirklichen. Das ist das Ziel meiner Stiftung, denn Mosambik hat ein großes Potenzial an zukünftigen Sportstars, nicht nur in der Leichtathletik."

17.5.2002 09:23