Mittwoch, 15. Mai 2002

Zwei neue Chefs zum Trainingsauftakt der Nordischen

  • Goldberger nimmt "Auszeit" zur Lösung der Schulterprobleme
  • "Kombis" radeln zum Mont Blanc

Vieles auf dem Trainersektor war neu, als sich die diversen ÖSV-Nationalteams der Nordischen Sparten in dieser Woche zu den ersten Trainingskursen für die WM-Sasison 2002/03 trafen. So arbeiten die Olympioniken Christian Hoffmann und Michail Botwinow ebenso mit einem neuen Betreuerteam wie die "Adler" Widhölzl, Höllwarth und Co. Nicht mit dabei beim ersten Kurs in Villach ist Andreas Goldberger, der eine ein- bis zweimonatige "Auszeit" nimmt, um seine langwierigen Schulterprobleme zu lösen. Erst danach wird er über die Fortsetzung seiner Laufbahn entscheiden.

Goldberger, der am Dienstag beim Konditionstest in Stams anwesend war, fehlte als einziger Top-Springer, als der Finne Hannu Lepistö mit Co-Trainer Stefan Horngacher (die Mitarbeit von Heinz Kuttin war noch nicht ganz fix) am Mittwoch in Villach seine Tätigkeit mit einer Bestandsaufnahme begann. Der Ex-Skiflug-Weltmeister, der durch die Muskel- und Nervenprobleme im linken Arm arg gehandicapt ist, unterzieht sich einer Therapie um eine drohende Operation zu vermeiden. Die Probleme rühren von einem Sturz mit Schulterluxation im März 1997 in Lahti her.

Bei den Kombinierern bleibt alles beim Alten
Bei den Kombinierern war der dreifache Olympia-Dritte Felix Gottwald wegen der Entfernung eines Weisheitszahnes nicht dabei, als der A-Kader mit den Trainern Chromecek und Felder - hier blieb alles beim Alten - eine Radtour von Innsbruck nach Chamonix in Angriff nahm, die in der Besteigung des Mont Blanc am Sonntag gipfeln soll. David Kreiner macht dabei nur die Bergtour mit.

Neuerungen bei den Langläufern
Walter Mayer (Bild), Sportdirektor für Langlauf und Biathlon, hat in seinem Bereich wesentliche Neuerungen durchgezogen. So wird nach den Problemen der vergangenen Saison auf dem Materialsektor im ÖSV-Servicezentrum in Mittersill speziell gearbeitet (da engagiert sich Mayer selbst), weiters wird für das Zentrum Ramsau ein eigener Arzt engagiert (Hannes Lechner), der sich um Trainingssteuerung kümmert, und nicht zuletzt wurde ein Damen-Projekt installiert.

Neuaufbau für Olympia 2006
Im Langlauf folgt Emil Hoch als Cheftrainer auf Franz Weingartner. Der Neuaufbau für Olympia 2006 hat begonnen, die Jungen (Jürgen Pinter, Johannes Eder) werden verstärkt gefördert. Für Über-30-Jährige gelten zwei Top-15-Platzierungen im Weltcup als A-Kaderlimit - Achim Walcher und Alexander Marent gehören daher nur noch dem Selektionskader an. Weingartner arbeitet künftig zum Teil im Leistungszentrum Schladming und betreut zudem Sprinter Marc Mayer.

Prominenter Schießtrainer für Biathleten
Für die Biathleten wurde ein prominenter Schießtrainer verpflichtet: Klaus Siebert hat zuletzt mit den besten Deutschen gearbeitet und bei den Österreichern bei einem ersten Besuch Defizite und damit Potenzial zur Verbesserung erkannt. Dafür wurde die Aufteilung auf zwei Trainingsgruppen "geopfert", Perner, Sumann etc. können aber weiter individuell in Ramsau trainieren. Der bisherige Schießtrainer Zdenek Vejnar betreut künftig speziell Anna Sprung sowie den Nachwuchs in Schladming.

15.5.2002 12:52