Montag, 13. Mai 2002

Serena Williams gewann "Sister Act" in Paris

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Nach dem ersten "Sister Act" an der Seine strahlte Serena - und Venus ging unter. Mit einem 7:5,6:3 gegen ihre Schwester Venus im US-Finale der 72. French Open gewann Serena Williams am Samstag das zweite Grand-Slam-Turnier ihrer Tenniskarriere.

Damit nahm die "kleine" Schwester Revanche für die Niederlage vor acht Monaten im Endspiel der US Open. Die 20-Jährige setzte sich nach 1:31 Stunden im "Familienduell" verdient durch und triumphierte zum ersten Mal bei dem Sandplatz-Klassiker im Stade Roland Garros.

Tennis-Geschichte hatten beide schon während des Turniers geschrieben: Erstmals werden mit Venus und Serena am 10. Juni Schwestern auf Platz 1 und 2 der Weltrangliste auftauchen. "Venus hat mich immer unterstützt - sie ist die beste Schwester auf der ganzen Welt", sagte Serena, schickte auch "Liebesgrüße" an ihre Eltern und dankte dem Publikum anschließend auf Französisch. Die 15.000 Fans auf dem Court Philippe Chatrier hatten der Siegerin für ihr Power-Tennis zuvor stehend Applaus gespendet, unter den vielen VIPs war auch die legendäre Martina Navratilova.

Serena jubelte, umarmte ihre 15 Monate ältere und zwölf Zentimeter größere Schwester - Minuten später reckte sie den "Coupe Suzanne Lenglen" in die Höhe. Venus holte sich einen Fotoapparat aus ihrer Riege und reihte sich unter die Presse-Fotografen, um den historischen Augenblick für sich selbst festzuhalten. Venus stahl damit Serena unabsichtlich ein bisschen die Show, denn sie wurde so selbst zum begehrten Fotomotiv.

Vater zu nervös, um live dabei zu sein
Vater Richard Williams war so aufgeregt, dass er auch das zweite Finale seiner Tennis-Töchter nur zu Hause in Florida am Fernseher verfolgte. Dafür war Mutter Oracene hautnah dabei - und natürlich stolz auf Serena. "Sie wollte heute nicht verlieren - deshalb hat sie gewonnen", so die erste Reaktion der überglücklichen Mom.

Das "Breakfestival" im ersten Satz dauerte 61 Minuten - die Zuschauer sahen ein spannendes, aber keineswegs hochklassiges Match. Nur vier Mal in den zwölf Spielen brachten die beiden besten Tennisspielerinnen der Welt ihr Service durch. Beide waren nervös, machten ungewöhnlich viele Fehler. Doch der Satz ging verdient an die jüngere, die aggressiver war und vor allem besser returnierte.

Auch den zweiten Durchgang begann Serena mit einem Break - für Venus war dieser fünfte Aufschlag-Verlust der Anfang vom Ende. Venus, die im Vorjahr schon in Runde eins an Barbara Schett gescheitert war, schaffte die Wende nicht mehr - es war nicht ihr Tag. Die selbstbewusste Serena und neun eigene Doppelfehler waren zu viel.

Gleichstand: Je zwei Grand Slam-Titel für Williams-Sisters
Serena Williams hatte 1999 bei den US Open ihren ersten Coup gelandet. Venus vergab dagegen am Samstag die Chance, nach den US Open und Wimbledon (jeweils 2000 und 2001) ihr erstes Grand-Slam-Turnier auf Sand zu gewinnen. Nun steht es nur noch 5:4 für die "Große" im Schwestern-Duell; einmal gewann Serena dabei kampflos.

Serena kassiert für ihren Premieren-Sieg 760.500 Euro (umgerechnet rund 685.000 Dollar), über 7 Millionen Dollar Preisgeld gingen damit in ihrer Profikarriere schon auf ihr Konto. Für Venus werden die 380.000 Euro nur ein schwacher Trost sein - damit durchbricht sie die "Schallmauer" von 10 Millionen Dollar Preisgeld auf der Profitour.

13.5.2002 15:32