Zeitung: Haider plant für 2004 EU-weite Liste
- Plattform der "populistische Parteien"
- Steht für Bundespartei weiterhin "zur Verfügung"

Kärntens Landeshauptmann Jörg Haider (F) hat seine Pläne bekräftigt, für die Wahlen zum Europaparlament im Jahr 2004 eine eigene EU-weite Liste zu gründen. In einem am Sonntag veröffentlichten Interview mit der konservativen italienischen Tageszeitung "Corriere della Sera" wiederholte Haider sein Vorhaben der Schaffung einer "gemeinsamen Plattform" der "populistische Parteien" mit dem Namen "Ein Europa der Bürger" als Gegenpol zu dem "Europa der Bürokraten".
Auf die Frage, wie er als der Erste, der mit Populismus Erfolg gehabt habe, die aktuelle Situation in Europa bewerte, sagte Haider: "Es hat sich eine Kluft zwischen den Menschen und dem politischen Establishment gebildet. Zu Themen wie Kriminalität, Einwanderung, traditionelle Familienwerte, Korruption. Auf die Sorgen darüber, was in Europa geschehen wird, wurde keine Antwort gegeben und nun rebellieren die Menschen fast überall."
Haider würde für seine Europa-Liste aus Italien die Regierungsparteien Forza Italia von Ministerpräsident Silvio Berlusconi und die Lega Nord von Umberto Bossi, dem nunmehrigen Minister für Reformen und Dezentralisierung, einladen. Berlusconi sei zur Zeit des sozialistischen Ministerpräsidenten Bettino Craxi Sozialist gewesen, habe später aber eine eigene - den Sozialisten entgegengesetzte - Partei gegründet, weil er erkannt habe, "dass die Ideologie nicht entscheidend ist, um Antworten auf Probleme zu geben".
Auch Gianfranco Fini wäre ein möglicher Verbündeter, nachdem seine Partei Alleanza Nazionale eine Transformation durchgemacht habe, so Haider im Interview mit dem "Corriere".
Gerüchten, dass es zu einer Spaltung der FPÖ oder zu einem Abschied Haiders aus der Partei kommen könne, entgegnete der Kärntner Landeshauptmann in dem Interview mit den Worten: "Mich interessiert es nicht, eine neue Partei zu schaffen, man muss die Position der FPÖ in der Regierung stärken." Er habe zudem im vergangenen Februar seinen Sitz im Koalitionsausschuss abgegeben, weil er oft den Eindruck gehabt habe, "leere Kilometer" zu fahren. "Ich ziehe es vor, mich hier in Kärnten zu engagieren, es gefällt mir nicht, die Nummer Zwei der Koalition zu spielen." Für die Bundespartei gelte jedoch: "Ich stehe weiterhin zur Verfügung."
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