Ärger um die "Kursk"-Verschrottung
- Moskau zahlt die Löhne nicht
- Immer mehr Schulden

Die Verschrottung des vor knapp zwei Jahren verunglückten und später geborgenen russischen Atom-U-Boots "Kursk" wird durch die Zahlungsunwilligkeit der Regierung behindert. Seit Jahresbeginn überweise das Verteidigungsministerium kein Geld mehr an die Werft im nordrussischen Rosljakowo, sagte Chefingenieur Alexander Gratschow am Sonntag der Agentur Interfax.
Die Arbeiter seien seit Februar ohne Lohn, die Schulden betrügen mittlerweile 150 Millionen Rubel (5,25 Mill. Euro).
Bei der durch einen defekten Torpedo im August 2000 ausgelösten "Kursk"-Tragödie waren alle 118 Mann Besatzung getötet worden. Im vergangenen Oktober hoben ausländische Spezialisten die "Kursk" vom Grund der Barentssee und brachten sie zur Bergung der Leichen und zum Abwracken nach Rosljakowo bei Murmansk. Von dort wurde die "Kursk" mit Verspätung Ende April zum endgültigen Verschrotten in die benachbarte Werft Nerpa geschleppt.
Auch in Nerpa klagten die Direktoren, sie hätten bisher keinerlei Geld für die insgesamt etwa zehn Millionen Dollar (10,96 Mill. Euro) teure Verschrottung der "Kursk" erhalten, welche die Entsorgung der beiden Atomreaktoren an Bord einschließt.
Verzögern wird sich auch die ursprünglich für diesen Montag angekündigte Bergung von Bugteilen der "Kursk" vom Meeresgrund. Die stark zerstörte Torpedokammer war wegen Explosionsgefahr vor der Hebung des Wracks abgesägt worden. Ursache für die Verschiebung ist nach offiziellen Angaben aber nicht Geldmangel, sondern schlechtes Wetter in der Barentssee.
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