Samstag, 18. Mai 2002

USA dementieren Angriff auf Hochzeit in Afghanistan

  • AIP-Meldung sei "vollkommen falsch"
  • "Operation Condor" führt El-Kaida-Jagd fort

Ein US-Militärsprecher in Afghanistan hat eine Meldung über einen Angriff der Luftstreitkräfte auf eine afghanische Hochzeitsgesellschaft zurückgewiesen. AIP hatte berichtet, die Besatzung eines amerikanischen Kampfhubschraubers habe die Freudenschüsse bei einer Hochzeit in Cul Chil in der Provinz Khost für einen Angriff gehalten und Luftunterstützung angefordert. Kampfflugzeuge hätten daraufhin das afghanische Dorf am Donnerstagabend stundenlang bombardiert.

Der US-Militärsprecher Brian Hilferty sagte auf dem Luftwaffenstützpunkt Bagram, er halte den Bericht von AIP für "vollkommen falsch". In der Nacht zum Donnerstag sei ein unbewohnter Bergkamm in Ost-Afghanistan bombardiert worden, nachdem eine australische Patrouille von mutmaßlichen Mitgliedern der El Kaida oder der radikal-islamischen Taliban mit schweren Waffen beschossen und verfolgt worden sei. Bei den Luftangriffen seien zehn Personen getötet worden. "Wir haben ein Recht auf Selbstverteidigung", fügte Hilferty hinzu.

"Operation Condor": Jagd auf El-Kaida-Mitglieder geht weiter
Nach Angaben eines britischen Militärsprechers wurde eine rund 1000 Mann starke Einheit zur Ausführung einer "Operation Condor" in das Berggebiet der Provinzen Khost und Paktia verlegt. Dort soll sich nach Angaben der Streitkräfte noch eine relativ große Zahl von Kämpfern der Organisation Osama bin Ladens und der Taliban aufhalten.

Im pakistanischen Miransha wurde am Samstag erneut von Unbekannten eine Rakete auf eine Unterkunft mit US-Soldaten abgefeuert. Die Rakete habe das Gebäude verfehlt und sei auf einem nahe gelegen Hügel explodiert, teilte ein Sprecher der Regierung in Islamabad mit. Das Gebäude war schon zwei Mal attackiert worden. Einige US-Soldaten sind in der Region auf der Suche nach über die Grenze eingesickerten Kämpfern der El Kaida und der Taliban. Die USA machen Osama bin Laden und seine Extremisten für die Anschläge vom 11. September verantwortlich. Der Krieg gegen die Taliban in Afghanistan begann im Oktober, nachdem die Taliban die Auslieferung Bin Ladens verweigert hatten.

18.5.2002 20:23