Fähre nach Brand in Kristiansand eingetroffen
- Mannschaft löschte Feuer selbst
- Fast alle Passagiere wohlbehalten

Nach mehreren Bränden an Bord hat die Nordseefähre "Princess of Scandinavia" mit knapp 900 Menschen am Samstagnachmittag aus eigener Kraft die norwegische Hafenstadt Kristiansand erreicht. Fast allen der 758 Passagiere und 126 Besatzungsmitglieder gehe es gut, sagte ein Sprecher der norwegischen Rettungskräfte. Zwei oder drei Passagiere hätten jedoch einen Schock erlitten.
Die Ursache des Unglücks war weiter unklar. Im Maschinenraum und im Lüftungssystem der "Princess of Scandinavia" war in der Nacht auf Samstag Feuer ausgebrochen. Die Mannschaft konnte nach Angaben der Reederei die Brände jedoch selbst löschen.
Die Fähre war in der Nacht auf Samstag mehr als zwei Stunden rund 240 Kilometer vor der schottischen Küstenstadt Aberdeen in der Nordsee getrieben und hatte dann ihre Fahrt nach Kristiansand wieder aufgenommen. "Es gab keine Panik an Bord", sagte ein Sprecher der Reederei. Mehrere Passagiere sagten nach ihrer Ankunft in Kristiansand, sie hätten zunächst an eine Übung geglaubt. Ihnen sei gar nicht genug Zeit geblieben, um Angst zu haben.
"Uns wurde gesagt, es gebe ein technisches Problem und wir sollten auf Deck gehen", sagte ein Reisender. Erst als er den Brandgeruch bemerkt habe, sei ihm der Ernst der Lage bewusst geworden. Doch das vorbildliche Verhalten der Mannschaft habe die aufsteigende Angst schnell gedämpft.
Die "Princess of Scandinavia" hatte am Freitagabend vor Mitternacht einen Notruf ausgesandt. Nach Angaben eines Sprechers der britischen Luftwaffe wurden insgesamt acht Hubschrauber zu der Fähre entsandt, welche die Passagiere und Besatzungsmitglieder notfalls auf nahe gelegene Bohrinseln bringen sollten. Doch die Mannschaft konnte nach Angaben der dänischen Reederei DFDS Seaways die Brände löschen. Der Kapitän der Fähre verzichtete daraufhin auf eine Evakuierung der Passagiere.
Samstag Nachmittag verließen die Reisenden mit Duty-Free-Waren auf ihren Gepäckwagen und offenbar gut gelaunt zu Hunderten die Fähre. Die meisten Passagiere waren Briten und Schweden.
Fährkapitän Jens Knudsen sagte, er habe gewisse Vermutungen über die Brandursache, ohne genauere Angaben zu machen. Experten hätten mit den Untersuchungen begonnen. Auslaufendes Öl oder leckende Treibstoffleitungen seien für Brände an Bord von Schiffen die Hauptursache, sagte ein Fachmann der schwedischen Nachrichtenagentur TT. Bei dem Brand wurde einer der vier Motoren und der Schornstein der "Princess of Scandinavia" beschädigt; zudem verursachte das Feuer einen Stromausfall.
Die 22.500 Tonnen schwere "Princess of Scandinavia" fasst rund 350 Fahrzeuge und verkehrt zwischen Newcastle sowie Kristiansand und dem schwedischen Göteborg. Sie gehört der dänischen DFDS-Gruppe, einer der größten Schifffahrtsgesellschaften Nordeuropas.
Familiendrama in St. Pölten16:26
Bluttat: Tochter Zeuge?Vater schoss auf Sohn und richtete sich selbst. Waffenbesitz des 37-Jährigen illegal
Kriminalität20:48
Acht Jahre lang Sklavin19-jährige Deutsche wurde jahrelang misshandelt. Mutmaßliche Täter verhaftet.
Raubvögel vergiftet11:09
Falken ausgerottetBregenz: Taubenzüchter vergiftet gesamte Population am Pfänderstock
