Umfrage: Über 80% sind für Rücktritt des Pontifex
- Johannes Paul II. feierte 82. Geburtstag
- Plus: Das Leben des Karol Wojtyla
·Ihre Meinung
Soll sich der Papst zurückziehen?
·Papst-Rücktritt
Gerücht sagt: Er geht im August
·Kranker Papst
Auch Vatikan ist hilflos & überfordert
·Spekulationen
Wird der nächste Papst ein Afrikaner?
·Die Kandidaten für die Papst-Nachfolge
Wer nach Johannes Paul II. kommen könnte
·Das Leben von Johannes Paul II.
Die Papst-Biographie: Bilder und Infos!
Die Forderungen nach seinem Rücktritt reißen nicht ab. Offenbar votiert selbst die katholische Gläubigen-Mehrheit dafür: Bei einer Umfrage gaben über 80% an, es wäre besser der greise Pontifex würde das Amt zurücklegen. Am Samstag wurde Johannes Paul II. 82 Jahre alt. Bei den Feierlichkeiten war sein Schwäche deutlich. Aufgeben will er dennoch nicht: Schon laufen die Vorbereitungen für seine 96. Reise, die ihn nach Aserbeidschan und Bulgarien führt.
In einer am Samstag veröffentlichten Umfrage des deutschen Meinungsinstitutes Forsa haben sich sich 81 Prozent der 1.000 Befragten für einen Rücktritt von Papst Johannes Paul II. auf Grund seines schlechten Gesundheitszustands ausgesprochen. Auch von den Katholiken befürworteten dies 82 Prozent. 13 Prozent wünschten sich dagegen, dass der Papst im Amt bleibt. Am vergangenen Mittwoch hatte der Pontifex jedoch bekräftigt, dass er keine Rücktrittsabsichten hege.
Keine Pause für Johannes Paul II.
Selbst an seinem Ehrentag hielt der alte Mann nicht inne. Paul II. hat an seinem 82. Geburtstag mehrere tausend Jugendliche im Vatikan empfangen. Er hatte große Schwierigkeiten beim Sprechen. Ein großer Teil seiner Rede musste von einem Helfer verlesen werden. Dies sei erstmals bei einem Auftritt in Italien geschehen, berichtete die italienische Nachrichtenagentur Ansa.
Selbst den kurzen Weg zu seinem Stuhl wurde der Papst auf einem rollenden Podest geschoben. "Vielen Dank für Eure guten Wünsche", rief er den Kindern und Jugendlichen zu.
23 Jahre ist er im Amt, im Herbst werden es 24. Die Last des Alters, der gesundheitliche Zerfall sind keine Tabuthemen mehr. "Es lässt sich nicht leugnen. Die Jahre fliegen dahin", sagte das Kirchenoberhaupt unlängst einmal. Längst hat er aufgehört, über seine eigene Gesundheit Scherze zu machen - dazu ist die Lage viel zu ernst. Wie ernst, das wurde den Gläubigen in aller Welt erst vor ein paar Wochen klar, als er sich durch die Osterfeiern schleppte. Erstmals musste er auf mehrere Zeremonien verzichten. Seitdem seine Arthrose im Knie immer schmerzhafter wird, steht im Vatikan ein Rollstuhl für ihn bereit. Nur weigere sich der alte Mann, darin Platz zu nehmen.
Hat er noch die Zügel in der Hand?
Immer wieder werfen Kritiker und besorgte Gläubigen die bange Frage auf, ob der geschwächte Papst in der Führung der Weltkirche tatsächlich noch die Zügel in der Hand hat. Manche fürchten, es gäbe ein Macht- und Entscheidungsvakuum im Kirchenstaat, hinter den Kulissen seien es der Chef der Glaubenskongregation Kardinal Joseph Ratzinger sowie Kardinalstaatssekretär Angelo Sodano, die die Weichen stellen. Mag sein, dass der Papst heute mehr delegiert als vor Jahren.
Ein Papst, der die Herausforderung liebt
Der Papst liebt Herausforderungen, doch an ganz großen Zielen ist es etwas rar geworden. Im Jubiläumsjahr 2000 betete er an der Klagemauer von Jerusalem, betrat als erster Papst in der Geschichte eine Moschee (in Damaskus) und beugte sein Haupt zum großen "Mea Culpa" für die Sünden der Kirche. Mit allen diesen Gesten schrieb er Kirchengeschichte - kaum ein anderer Papst der Neuzeit prägte die Kirche so sehr wie Johannes Paul.
Herzenswunsch: Aussöhnung mit orthodoxer Kirche
Bleibt der letzte Herzenswunsch des Papstes, die Aussöhnung mit der orthodoxen Kirche. Zur größten und mächtigsten orthodoxen Gemeinschaft nach Moskau zu reisen, ist sein hohes Ziel. Doch dort stellen sich die Orthodoxen quer. Wahrscheinlich wird der Papst ebenso wenig nach Russland reisen wie nach China, wo die Kirche mit den staatlichen Machthabern über Kreuz liegt. Diese beiden Konflikte beizulegen, dazu wird vermutlich seine Zeit nicht mehr reichen.
Familiendrama in St. Pölten16:26
Bluttat: Tochter Zeuge?Vater schoss auf Sohn und richtete sich selbst. Waffenbesitz des 37-Jährigen illegal
Kriminalität20:48
Acht Jahre lang Sklavin19-jährige Deutsche wurde jahrelang misshandelt. Mutmaßliche Täter verhaftet.
Raubvögel vergiftet11:09
Falken ausgerottetBregenz: Taubenzüchter vergiftet gesamte Population am Pfänderstock
