Freitag, 17. Mai 2002

FORMAT: "Hitlers Spionin" - Jüdin war engste Vertraute

  • Stephanie Prinzessin Hohenlohe im Auftrag des Führers

Zu Lebzeiten war Stephanie Prinzessin von Hohenlohe eine Berühmtheit. Winston Churchill kannte sie, Adolf Hitler nannte sie seine "liebe Prinzessin", und bei der Inauguration von US-Präsident Lyndon B. Johnson war sie unter den geladenen Gästen. Martha Schads neue Biographie beleuchtet die beispiellose Karriere einer Wiener Jüdin, die Hitlers engste Vertraute wurde.

Nach ihrem Tod 1972 geriet die Geschichte der ehrgeizigen Wienerin, die in den dreißiger Jahren Augen- und Ohrenzeugin der brisantesten politischen Winkelzüge in Hitlers Machtapparat war, in Vergessenheit. Bis heute. Die renommierte Augsburger Historikerin Martha Schad ("Frauen gegen Hitler") trug alle Details über die mysteriöse Aristokratin zusammen, die ob ihrer geheimdiplomatischen Tätigkeit für das NS-Regime von ihren Gegnern als "Nazihure" apostrophiert wurde.

Das Resultat der Recherchen, die Schad in geheime Archive in Washington führten, erscheint am 22. Mai bei Heyne und trägt den Titel "Hitlers Spionin". "Mag sein, dass das etwas zu reißerisch klingt", relativiert die Autorin im Interview mit FORMAT, "denn Stephanie war nicht der Inbegriff einer Spionin, die mit Revolver und Taschenlampe gewappnet in dunkle Büroräume schleicht. Sie musste viel schlauer sein, denn jeder kannte sie - und ihren Namen."

Lesen Sie die ganze Story und das Interview mit Martha Schad in der neuen Ausgabe von FORMAT.

17.5.2002 11:11