Salzburg: 15-Jähriger kam mit Gaspistole in die Schule
- Direktor nahm ihm Waffe ab, Bursch von Unterricht suspendiert

Mit einer Gaspistole wurde Anfang dieser Woche im Salzburger Pinzgau ein 15-jähriger Schüler im Klassenzimmer erwischt. Klassenkameraden hatten die Lehrerin darauf aufmerksam gemacht. Als diese die Waffe sah, verließ sie sofort mit dem Schüler und der Schultasche das Klassenzimmer und ging zum Direktor. Dieser nahm ihm die Pistole ab. Der Teenager wurde daraufhin vom Unterricht suspendiert. Geladen war die Waffe nicht.
"Der erste Gedanke, den man hat, geht in Richtung Schutz und Sicherheit der Schüler und Lehrer in der Schule. Das heißt, dass man das Objekt sofort sicher stellt, sofort schaut, dass kein Gefahrenpotenzial für Schüler und Lehrer besteht", schilderte der Schulleiter am Freitag im Rundfunk.
Die Waffe wurde der Gendarmerie übergeben. Sie hatte keine Munition und hätte deshalb auch nicht funktioniert. "Ich war natürlich schon überrascht, aber das geht dann reflexartig und automatisch, man denkt gar nicht so viel nach. Wenn man länger im Schuldienst ist, ist das so drinnen, dass die Sicherheit der anvertrauten Schüler Priorität hat."
Die Mutter des Burschen ist erschüttert und kann sich den Vorfall nicht erklären. Schulpsychologen kümmern sich jetzt um den Schüler und seine Kollegen. Den Verantwortlichen ist wichtig, dass die Tat genau geklärt und von allen Beteiligten verarbeitet wird.
Der Direktor des Salzburger Landesschulrates, Andreas Mazzucco, schilderte, dass er auch erst heute von dem Vorfall erfahren habe. Er attestierte dem Schulleiter ein korrektes Verhalten. Im Grunde gebe es aber keine Maßnahmen, die solche Zwischenfälle verhindern könnten, so Mazzucco. Nach dem Amoklauf von Erfurt habe man im Salzburger Landesschulrat lange nachgedacht, was man unternehmen könne. So könne man etwa den Schülerinnen und Schülern sagen, wo sie sich hinwenden können, wenn es Probleme gibt. Konkrete Maßnahmen des Landesschulrates nach dem Zwischenfall im Pinzgau, etwa ein Rundschreiben, könne er sich aber nicht vorstellen, weil er nicht wisse, was das bringen solle, so Mazzucco.
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