Freitag, 17. Mai 2002

US-Hubschrauber beschoss afghanische Hochzeitsfeier

  • Afghanische Nachrichtenagentur AIP meldet 10 Tote
  • US-Verbündete liefern sich neue Kämpfe mit Taliban

Wieder ein tödlicher Irrtum der US-Truppen! Ein Militärhubschrauber hat nach Meldungen der privaten afghanischen Nachrichtenagentur AIP im Osten Afghanistans versehentlich eine Hochzeitsgesellschaft beschossen. Die blutige Bilanz: mindestens zehn Menschen sind tot, Dutzende wurden verletzt! Die Hubschrauber-Besatzung habe die Freudenschüsse der Hochzeiter in der Nacht zum Freitag für feindliches Feuer gehalten.

Beamte der afghanischen Verwaltung in der Provinz Khost hätten den tragischen Zwischenfall bestätigt, meldete die in Pakistan ansässige Agentur. Schon mehrfach haben US-Streitkräfte zivile Ziele versehentlich angegriffen, weil sie sie für militärische Objekte hielten und damit Unmut in der Bevölkerung ausgelöst.

US-Verbündete liefern sich Kämpfe mit Taliban
Truppen der internationalen Anti-Terror-Koalition in Afghanistan haben sich neue Gefechte mit Taliban und El-Kaida-Kämpfern im Südosten des Landes geliefert. "Eine neue Operation ist im Gange", sagte der britische Armeesprecher Roger Lane am Freitag auf dem Militärstützpunkt Bagram. Bei Luftangriffen in der Provinz Paktia seien mehrere feindliche Kämpfer getötet worden.

Taliban-Führer Omar droht USA mit Rache
Der Anführer der afghanischen Taliban, Mullah Mohammed Omar, hat den USA mit Rache gedroht. "Die Schlacht hat gerade erst begonnen, und ihr vernichtendes Feuer wird das Weiße Haus erreichen, denn es ist die Zentrale der Ungerechtigkeit und des Despotismus", sagte er in einem am Freitag veröffentlichten Interview mit der arabischen Tageszeitung "Al-Shark Al-Awsat". Zugleich erklärte er, der Anführer des Terrornetzwerks El Kaida, Osama bin Laden, sei noch am Leben. "Gott sei Dank, dass Scheich Osama noch lebt, was (den US-Präsidenten George W.) Bush, der ihn töten will, schmerzt", fügte er hinzu.

17.5.2002 08:17