Kostelka in FORMAT: Stadler relativiert NS-Verbrechen
- Stadlers Tätigkeit mit Volksanwaltschaft unvereinbar

SPÖ-Volksanwalt Kostelka übt heftige Kritik an der Amtsführung seines FP-Kollegen Stadler. Er legt ihm seinen Rücktritt nahe. In einem Interview mit dem am Freitag erscheinenden FORMAT verurteilt Kostelka vor allem Stadlers öffentliche Auftritte bei den Burschenschafter-Kundgebungen vom 8. Mai.
"Stadler spricht vom linken Mob, er gibt der Sozialdemokratie die Mitschuld am Tod eines holländischen Politikers, er stellt im Zuge der Burschenschafter-Kundgebung die Beurteilung der Geschichte in Frage - das sind Dinge, die ich nicht akzeptiere."
Daß Stadler neben seiner Funktion als Volksanwalt noch immer an seiner politischen Karriere bastle, sei ein unvereinbarer Gegensatz. Kostelka: "Beim Wechsel in die Volksanwaltschaft ist es eine unabdingbare Konsequenz alle politischen Funktionen zurückzulegen. Ich habe meinen Bezirksparteivorsitz in Neubau zurückgelegt, der Herr Stadler will sogar als Spitzenkandidat in Krems für die FPÖ kandidieren - macht er dann am Vormittag für die Partei Werbung und bearbeitet am Nachmittag als unabhängiger Volksanwalt niederösterreichische Fälle? Das ist nicht vereinbar."
Heftig kritisiert Kostelka auch Stadlers Aussagen zur NS-Zeit. Kostelka: "Im Zuge der Diskussionen um die Demos am 8. Mai hat er die Grenze überschritten. Er hat versucht, die Kriegs- und Nachkriegsgreuel aufzurechnen und damit die NS-Verbrechen relativiert. Das steht ihm als Volksanwalt nicht zu, das ist unentschuldbar."
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