Dienstag, 14. Mai 2002

Sierre Leone: Präsidenten- & Parlamentswahl begonnen

  • Amtsinhaber Kabbah gilt als Favorit

In Sierra Leone haben am Dienstagmorgen die Präsidentschafts- und Parlamentswahlen begonnen. Zum ersten Mal seit Ende des zehnjährigen Bürgerkriegs ist die Hälfte der fünf Millionen Einwohner des westafrikanischen Landes zur Abstimmung aufgerufen.

Als Favorit unter den acht Präsidentschaftskandidaten gilt Amtsinhaber Ahmed Tejan Kabbah (rechts im Bild). Er benötigt in der ersten Runde 55 Prozent der Stimmen, um einer Stichwahl zu entgehen. Mit Hilfe von mehreren hundert britischen Eingreiftruppen sowie dem weltweit größten UNO-Blauhelmeinsatz der 17 000-köpfigen UNO-Mission für Sierra Leone (UNAMSIL) führte er das Land aus dem blutigen Guerillakrieg. Kabbah unterzeichnete im Juli 1999 ein Friedensabkommen mit seinem Kontrahenten, dem Rebellen-Führer Foday Sankoh.

Die ehemaligen Rebellen der "Revolutionären Vereinigten Front" (RUF), die für die Wahlen eine eigene Partei gründeten, haben ebenfalls einen Präsidentschaftskandidaten aufgestellt, Pallo Bangura. Anhänger Kabbahs und der RUF-Partei hatten sich noch am Wochenende blutige Auseinandersetzungen in der Hauptstadt Freetown geliefert.

Die Wahlen werden von den UNAMSIL-Soldaten sowie Vertretern des westafrikanischen Wirtschaftsverbands ECOWAS beobachtet. Die Wahllokale öffneten um 7 Uhr Ortszeit (9 Uhr MESZ) und schließen um 17 Uhr. Mit den Ergebnissen wird zum Ende der Woche gerechnet.

14.5.2002 09:37