Wurst-Prozess: Opfer blieb bei seiner Aussage
- Vorwurf: Übergriffe bei nächtlicher "Untersuchung"

Am elften Tag des spektakulären Prozesses um den Mord an der bekannten Kärntner Kindergartenpädagogin Hilde Wurst wurden Mittwoch am Nachmittag am Landesgericht Klagenfurt wieder mutmaßliche Missbrauchopfer des Kinderarztes Franz Wurst (82) als Zeugen gehört.
Trotz Ausschlusses der Öffentlichkeit durch Vorsitzenden Wilfried Kirchlehner wurde bekannt, dass sie bei ihren vor Kriminalisten und Untersuchungsrichter gemachten Aussagen geblieben seien.
Franz Wurst wird nicht nur vorgeworfen, seinen Patensohn Thomas H. (21) zum Mord an seiner Ehefrau angestiftet, sondern sich auch an Kindern und Jugendlichen vergangen zu haben. Thomas, zur Tat vom 8. Dezember 2002 geständig, bezeichnet sich selbst als eines der Wurst-Opfer.
Ein heute 31-jähriger Mann sagte im Zeugenstand, er sei im Alter von zehn Jahren wegen Lernschwäche an der Heilpädagogik des LKH Klagenfurt gewesen. Eines Nachts habe er zur "Untersuchung" bei Primarius Wurst erscheinen müssen. Dabei sei es zu mindestens zehn sexuellen Übergriffen, unter anderem im Analbereich, gekommen.
Wurst bestritt dies vehement. Er sagte, es habe sich um eine "normale Untersuchung" gehandelt.
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