Bischöfe denken nicht daran, die Feiertage zu streichen!
- Kirche: Das Volk braucht Feiertage
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Feiertagstausch kein gutes Geschäft
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Sollen Feiertage gestrichen werden?
·Feiertags-Duell
Die Befürworter und die Gegner
Feiertage bleiben Feiertage! So schmetterten die Bischöfe einen Vorstoß der Industriellenvereinigung im Mai ab. Der Generalsekretärs der Industriellenvereinigung, Lorenz Fritz wollte die Anzahl der kirchlichen Feiertage in Österreich kürzen. In einem NEWS-Interview waren ihm vor allem die Donnerstagfeiertage - Christi Himmelfahrt und Fronleichnam - ein Dorn im Auge.
Der Vorstoß des Generalsekretärs der Industriellenvereinigung zur Reduktion der kirchlichen Feiertage in Österreich hatte in kirchlichen Kreisen Befremden ausgelöst. In "NEWS" hatte Fritz gemeint, dass er sich für sein Vorhaben - nämlich der Streichung vor allem der Donnerstagfeiertage ("die verursachen der Wirtschaft enorme Kosten") auch Unterstützung von der Bischofskonferenz erwarte. .
Hirtenbrief warnt vor Feiertagsstreichung
Im einem gemeinsamen Hirtenbrief der Bischöfe aus dem Jahr 2001 wurde hingegen vor der Aufweichung der Feiertage gewarnt. Die Bischöfe halten zum Thema "Sonntag und Feiertage in Österreich" fest: Jede Religion und Kultur habe ihre Feiertage. Sie gehörten zur "kulturellen Identität eines Volkes", und sie bestimmten den Rhythmus der Gesellschaft. Gemeinschaft werde erst "durch eine gemeinsame Wertordnung und Zeiteinteilung sozial lebbar", so die Bischöfe: "Ein Volk, das seine Feste nicht feiert und seine Feiertage nicht einhält, verliert seine Orientierung an gemeinsamen Werten und seinen inneren Zusammenhalt".
Feiertage sind positiv für die Wirtschaft
Gerade in einer stark von wirtschaftlichen Interessen geprägten Gesellschaft sei es wichtig, dass "Werte jenseits von Angebot und Nachfrage" bewusst erfahren und bejaht werden. Eine solche Erfahrung bedeute keineswegs eine Verringerung der Produktivität. Sie wirke sich auf weite Sicht hin auch positiv für die Wirtschaft aus, weil Menschen, die aus einem geglückten sozialen Zusammenhalt kommen und Werte bejahen, auch leistungsbereit und verantwortungsbewusst seien.
Auch wegen der zunehmenden "Individualisierung" der Lebensentwürfe müssten Räume und Zeiten der "Wir-Erfahrung" erhalten bleiben, so die Bischöfe. Nicht zuletzt seien die Feiertage wichtig für den sozialen Zusammenhalt der Familien: Gerade weil die Wir-Erfahrung der Familie durch die Trennung von Arbeit und Lebenswelt abgenommen hat, brauche es die "regelmäßige Begegnung" an den Sonn- und Feiertagen.
Feiertage stehen nicht zur Disposition
Auch der Wiener Erzbischof, Kardinal Christoph Schönborn, hat wiederholt auf den hohen Wert der Sonn- und Feiertage verwiesen. Im Rahmen einer Pressekonferenz zur Herbsttagung der Bischofskonferenz im November 2001 hatte Schönborn zur Diskussion um die Donnerstag-Feiertage gemeint, dass die Kirche diese sicherlich nicht von sich aus zur Disposition stellen werde.

