Sonntag, 12. Mai 2002

Metaller-Streik: Heute neue Verhandlung in Berlin

  • Metaller in Berlin und Brandenburg streiken weiter

Der Tarifkonflikt in der Metall- und Elektroindustrie ist auch nach dem Pilotabschluss in Baden-Württemberg nicht beendet. Die Arbeitgeber in Sachsen und Sachsen-Anhalt weigern sich laut IG Metall, die Vereinbarung zu übernehmen. Gewerkschaftschef Klaus Zwickel drohte am Freitag in Berlin für den Fall einer "absoluten Blockade" mit einer Ausweitung der Streiks. Der Pilotabschluss müsse auch im Osten "eins zu eins" gelten, sagte er

Die Arbeitgeber in Sachsen und Sachsen-Anhalt halten die vereinbarten Einmalzahlungen und Lohnsteigerungen nach Angaben Zwickels für zu hoch. Er habe kein Verständnis dafür, dass die dortigen Unternehmer den Konflikt "wegen ein paar Euros" wieder verschärften. In allen anderen Tarifbezirken seien sich Arbeitgeber und Gewerkschaft nach Zwickels Angaben jedoch einig, das Südwest-Modell ohne Abstriche zu akzeptieren.

In Berlin-Brandenburg standen die Verhandlungen vor der Wiederaufnahme. Dennoch gingen die Streiks mit einigen hundert Beteiligten weiter. Zwickel hielt eine Einigung bis spätestens Dienstag für möglich. Dann sei der Arbeitskampf dort beendet. Vielleicht werde der Streik auch schon vorher ausgesetzt.

Der Gewerkschaftschef lobte den Südwest-Abschluss noch einmal als ein "gutes und ehrliches Ergebnis ohne Rechentricks". Er sieht ab Juni 2002 ein Gesamtvolumen von 4,0 Prozent und ab dem 1. Juni 2003 weitere 3,1 Prozent mehr Geld vor. In sämtlichen Tarifbezirken würden nun Übernahmeverhandlungen aufgenommen, sagte Zwickel. Die Urabstimmungen könnten bereits kommende Woche beginnen. Die IG Metall wolle den Pilotabschluss bundesweit durchsetzen. "Je schneller das gelingt, desto schneller wird Ruhe in den Betrieben einkehren."

12.5.2002 14:55