Sonntag, 12. Mai 2002

Jobverlust für bis zu 1.400 bei TV-Sender Premiere?

  • Premiere dementiert: "So einen Plan gibt es nicht"
  • Programm soll radikal geändert werden

Beim Pay-TV-Sender Premiere droht, so ein Bericht des deutschen Nachrichtenmagazins "Focus", ein größerer Stellenabbau als bisher geplant. Einem internen Sanierungskonzept zufolge sollten nicht 1.000, sondern "bis zu 1.400" der insgesamt 2.400 Mitarbeiter ihre Jobs verlieren! Der hochdefizitäre PayTV-Sender Premiere dementiert: "So einen Plan gibt es nicht", sagte ein Sprecher am Sonntag in München.

Im Bericht des Nachrichtenmagazins Focus heißt es weiter, die Sanierung des Senders geht möglicherweise mit einem Standortwechsel einher. So wolle der nordrhein-westfälische Ministerpräsident Wolfgang Clement (SPD) Premiere mit Fördergeldern nach Düsseldorf oder Köln locken. Entsprechende Gespräche liefen bereits.

"Focus" zufolge soll sich das Premiere-Programm radikal ändern: Das Sanierungskonzept sehe nur noch sechs bis acht Basiskanäle vor. Für weitere Angebote sollten künftig Extra-Gebühren fällig sein.

Am Mittwoch hatte der Premiere-Haupteigner, die KirchPayTV, beim Münchener Amtsgericht Antrag auf Insolvenz gestellt. Damit ist ein weiterer zentraler Bereich des über Jahrzehnte gewachsenen Medienimperiums des 75-jährigen Leo Kirchs zahlungsunfähig.

Der seit Februar amtierende Premiere-Chef Georg Kofler hatte aber am Mittwoch umgehend erklärt, der PayTV-Sender und die Übertragung der Fußball-Weltmeisterschaft seien nicht von der Insolvenz betroffen. Kofler versucht derzeit durch Nachverhandlungen bei den überteuert eingekauften Sportrechten, drastische Kosteneinsparungen und den Abbau von 1.000 Jobs den Sender in die schwarzen Zahlen zu bringen. Zugleich sucht Premiere einen Investor, denn die Liquidität des Senders reicht nach Worten des 45-jährigen Südtirolers nur noch bis Mitte Juni.

12.5.2002 08:09