Do&Co zeit Interesse an Airline-Caterer Airest
- Demel soll in New York und Berlin eröffnen
- Partner oder zweiter Börsegang 2003/04 Jahr

Der börsenotierte Wiener Gastronomiekonzern Do&Co will sich am größten österreichischen Airline-Caterer Airest beteiligen. "Wenn die Gesellschafterstruktur es erlaubt und wenn vor allem die Austrian Airlines (AUA) es möchten, ist es überhaupt keine Frage, dass wir interessiert sind", sagte Do&Co-Boss Attila Dogudan am Samstag in der ORF-Radioreihe "Im Journal zu Gast". Die AUA hält derzeit 35 Prozent an der hauseigenen Cateringgesellschaft. Der neue AUA-Chef Vagn Sörensen hatte zuletzt in einem Interview gesagt, die Beteiligung werde "analysiert".
Do&Co-Chef Dogudan betonte, für Airest ein guter Partner zu sein. "Daher könnte sich was ergeben, aber im Moment gibts noch nichts", schränkte Dogudan ein.
Insgesamt erwartet der Do&Co-Chef im Airline Catering eine Wende. "Die einen werden auf Qualität setzen wollen und die anderen werden billig sein. Die, die auf Qualität setzen, für die werden wir ein geeigneterer Partner sein". In Europa sieht er neben der AUA-Gruppe, deren Tochter Lauda Air Do&Co bereits beliefert, zwei bis drei wirklich große Airlines, die als Kunden in Frage kommen.
Wachsen will Do&Co auch mit Shops für Fertiggerichte, Themenläden und im Event-Bereich. Die begonnene Expansion um die Welt soll fortgesetzt werden. "Wir haben weltweit mittlerweile acht Küchen fertiggebaut und sind jetzt gerüstet für die wirkliche Expansion", so Dogudan.
Erst mit Jahresanfang 2002 hatte Do&Co den Betrieb der Wiener K.u.K-Hofzuckerbäckerei Demel übernommen. An der alten Führung erhebt Dogudan schwere Kritik: "Die Qualität war nicht ausreichend gut, sonst würde der Wiener-Anteil nicht so gering und der Touristenanteil ein extrem hoher sein." Nun soll der Demel zurückgeführt werden in die alte Qulatität und Produktionsart. "Wenn wir das erreicht haben, kann auch mit dem Demel Expansion um die Welt beginnen", so Dogudan weiter.
Die ersten internationalen Standorte könnten New York und Berlin sein. Mit der Demel-Expansion könnte in den nächsten zwölf bis 18 Monaten begonnen werden, kündigte der Do&Co-Chef an.
Zumindest heuer noch will Do&Co sein Wachstum weitgehend selbst finanzieren. "Im Moment sind wir sehr gesund. DO&CO ist nach wie vor ohne jedes Fremdkapital. Alles was wir in den vergangenen Jahren investiert haben, kam aus dem Börsegang oder aus dem Cash-Flow. Auch für die nächsten zwölf Monate ist nichts großartiges geplant", betonte Dogudan.
Danach steht aber voraussichtlich eine Veränderung in der Kapitalstruktur bevor. "Es wird über kurz oder lang die nächste Finanzierungsrunde geben müssen", betonte Dogudan im ORF-Radio. Nach der strategischen Partnerschaft mit Raiffeisen kann sich der Do&Co-Chef nun einen internationalen Partner vorstellen. Auch eine Kapitalmaßnahme am Markt schließt er nicht aus. "Do&Co wird aber mit Sichherheit nicht verkauft. Auch wenn unser Anteil heruntergeht, wird er immer effective control bleiben", so Dogudan.
Derzeit gehört Do&Co noch zu 55 Prozent der Attila Dogudan Privatstiftung. 25 Prozent plus eine Aktie und damit die Sperrminorität hält seit kurzem die Raiffeisen Holding Niederösterreich-Wien. Der Rest - rund 20 Prozent - befindet sich im Streubesitz.
Zu den Ergebnissen des abgelaufenen Geschäftsjahres 2001/02 (Ende März) wollte der Do&Co-Chef noch keine Details bekannt geben. "Wir hoffen aber, dass wir unsere Erwartungen halbwegs erfüllen können." Dogudan geht dabei von einem Plus im Ergebnis aus. Von April bis Dezember 2001 hatte Do&Co 73,28 Mill. Euro umgesetzt, ein Plus von 2,7 Prozent. Das Betriebsergebnis (EBIT) hatte sich dabei von 3,48 auf 3,50 Mill. Euro nur geringfügig erhöht.

