IBM will bis zu 9.000 Stellen streichen
- Stärkster Pernsonalabbau seit frühen neunziger Jahren
Der amerikanische Computerkonzern IBM will bis zur Jahresmitte rund 9.000 seiner 320.000 Stellen streichen. Dies reflektiere die schwachen Technologieausgaben und Veränderungen innerhalb von IBM-Geschäftsbereichen. Die meisten Stellenstreichungen sollen bei den 160.000 US-Mitarbeitern erfolgen, berichtet die "New York Times" am Freitag.
Das "Wall Street Journal" bezifferte die Zahl der betroffenen Mitarbeiter auf 8.000. Dies wären etwa 2,5 Prozent der Beschäftigten weltweit. Der weltgrößte Computerkonzern nahm keine Stellung.
Die Zahl der Betroffenen schließe nicht die 17.000 Mitarbeiter der Festplatten-Sparte ein, die in ein geplantes neues Gemeinschaftsunternehmen mit der japanischen Hitachi Ltd transferiert werden sollen. Über diesen Plan werde noch verhandelt, schreibt das "Wall Street Journal" .
Es handelt sich nach Angaben der Zeitung um den stärksten Personalabbau seit den frühen neunziger Jahren, als IBM Milliarden-Verluste erlitten hatte. Das Unternehmen habe seither abgespeckt, doch seien die Kosten nach Meinung von Wall-Street-Analysten gemessen am Umsatz noch zu hoch.
IBM hatte für das erste Quartal 2002 seine erste Gewinnwarnung seit vielen Jahren herausgegeben. Die Gesellschaft hatte dann kurze Zeit später für die ersten drei Monate dieses Jahres einen drastischen Gewinnrückgang von 31,9 Prozent auf 1,19 Mrd. Dollar (1,3 Mrd. Euro) verbucht. Der Umsatz sackte um zwölf Prozent auf 18,6 Mrd. Dollar ab.
IBM-Präsident Samuel J. Palmisano hatte die IBM-Mitarbeiter gegen Ende April firmenintern gewarnt, dass das Unternehmen seine Operationen zurückfahren müsse, schreibt das "Wall Street Journal". IBM habe seine Geschäftsstrategie entwickelt und das Unternehmen unter der Annahme ausgebaut, dass man ein riesiges und robustes Wachstum haben werde. Dies sei nicht mehr vorhanden, betonte der IBM-Chef nach Angaben der Zeitung.

