2/3 der Österreicher rechnen noch immer in Schilling
- "Gewöhnungszeitraums" für Euro auf 1 Jahr geschätzt
- Kein Problem mit 2-Euro-Münze mehr
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Einkaufs-Check: Rechnen Sie Schilling auf Euro um!
Über drei Monate nach der Euro-Bargeldeinführung rechnen zwei Drittel der Österreicher die Euro-Preise immer noch in Schilling um. Das geht aus einer Studie zur Euro-Bargeldeinführung hervor. Erst jeder Siebente rechnet tatsächlich nur noch in Euro.
Angesichts dieser Erfahrungen hat sich die Einschätzung verändert, wie lange es dauern wird, bis man mit dem Euro wirklich gut und geläufig umgehen kann: War vor der Euroeinführung die Mehrheit der Auffassung, es wird nur einige wenige Wochen dauern, so ging man Ende Jänner bereits von "noch einem halben Jahr" aus und jetzt von "einem Jahr und länger".
Bei spontanen Schilling-Euro-Schätzungen erweisen sich mehr als die Hälfte mittlerweile als "sattelfest", rund ein Zehntel liegt aber immer noch ganz deutlich "daneben". Mehr als zwei Drittel der Befragten sind gewissermaßen reflexartig der Auffassung, dass durch den Euro die Preise gestiegen sind; auf einen zweiten Blick wird dies dann jedoch relativiert.
Kein Problem mit 2-Euro-Münze mehr
Gleichzeitig geben zwei Drittel an, sie hätten sich an die neue Währung bereits "sehr gut" bzw. gut gewöhnt". Rund die Hälfte der Befragten beschäftigen sich mit dem Euro gedanklich überhaupt nicht mehr. Ein Drittel hat allerdings noch Probleme. Vor allem die schlechte Unterscheidbarkeit bei den kleinen Münzen bereitet vielen Befragten noch Schwierigkeiten. Kaum Beschwerden gab es hingegen in der jüngsten Umfrage über die 2-Euro-Münzen, womit auch der Ruf nach einem 2-Euro-Schein verstummt sei, so die Studien-Autoren.
Im Rückblick auf die ersten drei Monate hat sich niemand bei größeren Anschaffungen zurückgehalten. Auch in der nächsten Zeit denken vier Fünftel nicht daran auch größere Käufe zu verzichten. Ein Fünftel lässt dies jedoch noch offen. Ein Viertel der Befragten gab allerdings an, beim Einkaufen noch immer vorsichtiger zu sein und zudem öfter mit Karten zu bezahlen. Etwa die Hälfte gab an noch immer genauer als früher auf die Preise zu achten, jedoch mit rückläufiger Tendenz gegenüber den ersten Wochen nach der Euro-Bargeldeinführung.
Die Zahl jener, die bei kleineren Käufen bzw. Beträgen sich schon einmal oder mehrmals "vertan" haben, also durch den kleinen Eurobetrag sich preislich verschätzt hat, ist um rund die Hälfte auf nun etwa zwei Fünftel der Befragten gestiegen. Mehr als zwei Drittel findet daher die von vielen Geschäften freiwillig weitergeführte doppelte Preisauszeichnung als hilfreich. Rund die Hälfte der Befragten benützt - zumindest noch gelegentlich - Umrechnungshilfen.
Die Ergebnisse stammen aus einer begleitenden Studie zur Euroeinführung der Arbeitsgruppe Verbraucherforschung, die unter der Leitung von AK-Konsumentenschützer Karl Kollmann in Kooperation mit Fessel+GfK und mit Förderung der OeNB durchgeführt wurde. Dabei wurde in 32 Tiefeninterviews der Umgang mit dem Euro erfragt. Nach einer ersten Befragung wurde Anfang Dezember 2001 durchgeführt die zweite im Jänner, die dritte im März und Ende April. Eine vierte Welle folgt Ende Juni 2002.

