Mittwoch, 8. Mai 2002

Wiener Müllgebühren steigen um ein Viertel

  • Erhöhung ab 1. Juli

Die Stadt Wien erhöht ab 1. Juli die Müllgebühren - und zwar um ziemlich genau ein Viertel. Das hat Umweltstadträtin Isabella Kossina (S) am Mittwoch verkündet. Demnach wird in Zukunft die Entleerung eines 120-Liter-Behälters statt 2,51 Euro 3,16 Euro kosten. Das bedeutet einen Anstieg von 25,9 Prozent. Kossina sprach von einer "Anpassung" und verteidigte die Erhöhung: "Nach zehn Jahren ist das gerechtfertigt."

Die Gebühren, so betonte die Stadträtin, seien seit 1993 unverändert geblieben. Im selben Zeitraum hätten jedoch die Leistungen der MA 48 deutlich zugenommen. Kossina erwähnte unter anderem die Modernisierung und den Ausbau der Mistplätze sowie die Verstärkung der getrennten Sammlung. Dafür sei die Mehrbelastung von rund zwei Euro pro Monat und Haushalt gering. Kossina: "Das muss uns die Umwelt Wert sein."

Aus der Maßnahme ergeben sich für den Einzelnen unterschiedliche Kosten. Bei einem Einfamilienhaus mit einer 120-Liter-Mülltonne und einmal wöchentlicher Entleerung erhöht sich die jährliche Belastung um 33,80 Euro - sie steigt von derzeit 130,52 Euro auf 164,32 Euro. In einer Wohnhausanlage mit Großbehältern (1.100) Litern hängt der Preis vom Fleiß der Bewohner ab: Je besser die Mülltrennung dort funktioniert, desto moderater steigen die Kosten, da dadurch weniger Restmüll-Container notwendig sind.

Rund 18 Prozent der Erhöhung macht laut Kossina die Inflationsanpassung aus, der Rest setze sich aus den Altlastensanierungsbeiträgen zusammen, die an den Bund zu entrichten sind. Auch mit dieser Erhöhung gehöre Wien in Österreich sowie international zu den Städten mit den niedrigsten Müllgebühren, wurde im Rathaus versichert.

Wien ist laut Kossina jedenfalls "Musterschüler" in Sachen Umwelt und Abfallentsorgung. Das habe auch eine Studie des Instituts SORA ergeben, die im Auftrag der Stadt Wien durchgeführt worden sei. Demnach sind 83 Prozent der Wiener der Meinung, dass die Bundeshauptstadt sauberer ist als andere Großstädte. Jeder dritte Befragte benotete die Arbeit der Müllabfuhr mit "Sehr gut", mehr als die Hälfte mit "Gut".

8.5.2002 13:10