Forcierter Rückzug der Banken aus Argentinien
- Russland erhält wieder neues Geld von den Banken

Die Banken der wichtigsten Industrieländer haben ihren Rückzug aus Argentinien im vierten Quartal 2001 beschleunigt. Sie bauten ihr Engagement in dem Land innerhalb von drei Monaten um zehn Prozent ab, wie der jüngsten Statistik der Bank für Internationalen Zahlungsausgleich (BIZ) in Basel zu entnehmen ist.
Ende letzten Jahres beliefen sich die konsolidierten Forderungen der Banken der Industrieländer gegenüber Argentinien noch auf 73,9 Mrd. Dollar. Das waren 9,5 Prozent weniger als Ende September. Im Vorquartal waren die Ausstände um fünf Prozent abgebaut worden. Innert Jahresfrist strichen die Banken ihre Kredite an Argentinien um einen Fünftel zusammen.
Die BIZ führt den beschleunigten Abbau auf die Zuspitzung der Krise in Argentinien gegen das Jahresende zurück. Vom Zudrehen des Kredithahns waren im letzten Quartal alle Sektoren in Argentinien betroffen. Bezüglich der Laufzeiten der Bankkredite konzentrierte sich der Abbau vor allem auf die kurzfristigen Gelder. Ihr Anteil am gesamten Kreditvolumen verringerte sich innerhalb von drei Monaten von 54 auf 51 Prozent.
Die Schweizer Banken, die ihr Engagement in Argentinien als einziges der großen Bankensysteme im zweiten Quartal 2001 noch massiv aufgestockt hatten, standen auch im letzten Quartal besonders stark auf die Bremse, wie der BIZ-Statistik zu entnehmen ist. Die Forderungen der Schweizer Banken beliefen sich Ende 2001 noch auf 965 Mill. Dollar (1,06 Mrd. Euro). Das waren 38 Prozent weniger als Ende September und 71 Prozent weniger als zur Jahresmitte.
Im Falle von Russland, das 1998 ebenfalls vorübergehend seine Zahlungsunfähigkeit erklärt hatte, haben die Banken der Industrieländer ihr Engagement inzwischen wieder erhöht, wie die BIZ weiter feststellte. Die Forderungen der Banken hatten im Falle Russlands Mitte letzten Jahres einen Tiefpunkt von 37,8 Mrd. Dollar erreicht. Im zweiten Halbjahr stiegen sie wieder um zehn Prozent auf 41,5 Mrd. Dollar zum Jahresende.

