Dienstag, 7. Mai 2002

Österreichische Milchlösung offenbar gestorben

Eine österreichische Milchlösung zwischen den beiden größten Molkereien des Landes, der oberösterreichischen Berglandmilch und der niederösterreichischen NÖM AG, scheint nun endgültig geplatzt zu sein. Wie der Generalsekretär des Österreichischen Raiffeisenverbandes, Ferry Maier, sagte, haben die Eigentümervertreter beider Unternehmen in einem Gespräch vergangene Woche "festgestellt, dass eine gesellschaftsrechtliche Verknüpfung nicht möglich ist".

Damit reagiert Maier auf ein Schreiben des Generaldirektors der Raiffeisen Landesbank (RLB) Oberösterreich, Ludwig Scharinger. Für Scharinger "hat die Stunde der Wahrheit der bäuerlichen Milchverarbeitung geschlagen", wie er in seinem Schreiben am Dienstag festhält. Er forderte die Verantwortlichen auf, "schnellstens zu handeln und eine Kosten sparende, im Sinne der Milchbauern machbare Lösung" zu finden - wie dies im Strombereich der Fall gewesen sei.

Dem Österreichischen Raiffeisenverband hingegen dürften nun aber langsam die "Zurufe von Zaungästen" in der Causa NÖM/Bergland zu viel werden. Für "wirklich ernst gemeinte Vorschläge" sei man ja dankbar, so Raiffeisen-Generalsekretär Ferry Maier. Er sei jedoch "nicht glücklich, wenn auf dem Wege von Aussendungen Vorschläge gemacht werden". Scharinger sei weder Eigentümer-Vertreter noch ein verantwortlicher Manager. Und die Entscheidung über die Zukunft der beiden Molkereien liege ausschließlich bei den Eigentümern, betonte Maier.

Wünsche in Richtung einer Österreich-Lösung hätten früher, zu Zeiten der Marktordnung, vielleicht leichter umgesetzt werden können. Nun entscheide jedoch der Markt, sagte Maier auch in Richtung Politik. Der Österreichische Raiffeisenverband habe sich immer bemüht, eine österreichische Milchlösung herbeizuführen. Die Eigentümer hätten sich jedoch darauf geeinigt, dass eine Kapitalverschränkung beider Unternehmen nicht möglich sei.

Maier warnte zudem davor, dass man von der österreichischen Stromlösung Maß nehme. Für ihn sei der Strom-Deal nur "Window dressing", zumal nur vier Bundesländer sich der so genannten Österreich-Lösung angeschlossen hätten.

7.5.2002 17:34