Bösartiges Gerücht ließ Gericom-Aktie abschmieren
- Gericom-Boss setzt Kopfgeld von 100.000 Euro aus
- Schaden von 41,42 Millionen Euro in nur 2 Stunden
Der Boss des Linzer Notebook-Herstellers Gericom, Hermann Oberlehner, ist sauer. Und mit ihm zahlreiche Anleger. Sie haben vorige Woche in einer Kurzschluss-Reaktion auf böse Gerüchte ihre Gericom-Aktien abgestoßen. Doch die Infos waren falsch. Nun will Oberlehner aus eigener Tasche ein Kopfgeld auf den Gerüchtestreuer aussetzen. Höhe: 100.000 Euro.
Mit dem Kopfgeld will Oberlehner den Urheber der Gerüchte ausfindig machen und vor Gericht bringen. Schließlich haben die Falschinformationen am Donnerstag vergangener Woche innerhalb von nur zwei Stunden knapp 41,42 Millionen Euro Marktwert der Gericom vernichtet.
Angebliche Zahlungsunfähigkeit
Der Inhalt der Gerüchte: Gericom stehe kurz vor der Zahlungs-Unfähigkeit. Außerdem bestehe der Verdacht der Bilanz-Manipulation. Ein Gerücht, das das Unternehmen mit Hinweis auf den bestätigten Jahresabschluss und einen aktuellen Cash-Bestand von 50 Millionen Euro entkräftete. Doch der Schaden war schon angerichtet. Bis gestern erreichte die Aktie nicht mehr den Schlusskurs vom 30. April.
Oberlehner greift in die Tasche
Grund genug für Hermann Oberlehner, zur Gegenoffensive zu blasen. Anwälte beraten die rechtlichen Möglichkeiten. Und der Boss selbst greift in die eigene Tasche, um ein Kopfgeld für denjenigen auszusetzen, der ihm den Namen des Urhebers liefert.
Das Gerücht sei von einem unbekannten Internet-Provider in die Welt gesetzt worden und ohne Rücksprache mit dem Unternehmen von der deutschen Online-Plattform "Der Aktionär" veröffentlicht worden, sagte Gericom-CEO Hermann Oberlehner. Die Verursacher kämen aus dem Umfeld der Konkurrenz und könnten sich sogar eventuelle Schadenersatzforderungen leisten, so Oberlehner. Konkrete Namen wollte der Gericom-Chef nicht nennen, sagte aber, man brauche sich nur den Handelsverlauf vom 2. Mai anzusehen, um zu erkennen, dass der Gewinner des Tages eine gezielte Aktion durchgeführt hätte.
Das weitere Vorgehen hänge jetzt nicht nur von Gericom ab, da viele Anleger Geld verloren hätten.


