Montag, 6. Mai 2002

Reichhold: Postbus-Deal wird im Mai entschieden

  • ÖBB übernimmt Postbus - 44 Mill. Euro Synergiegewinn
  • Personalvertreter fürchten um Arbeitsplätze

Der ÖBB-Postbus-Deal soll laut Infrastrukturminister Reichhold noch im Mai entschieden werden. Hintergrund: Die ÖBB will von der Staatsholding ÖIAG die 100%-Eignerschaft der Postbus AG kaufen.

"Wir sind im Finale", stellte Reichhold fest. "Über eine Zeitachse" werde es an der künftigen Bahn-/Postbus-Gesellschaft auch Privatisierungsmöglichkeiten geben. Das sei aber eine kartellrechtliche Frage, die derzeit noch geprüft werde.

Dass die ÖBB den Postbus kaufen soll - und nicht umgekehrt - begründete Reichhold mit den Eigentumsverhältnissen. Der Postbus wurde im Vorjahr von der Post AG an die ÖIAG übertragen, die laut Finanzminister Karl-Heinz Grasser (F) in der nächsten Legislaturperiode aufgelöst werden soll. Außerdem könnten aus der Übernahme des Postbus durch die ÖBB Synergien von 43,6 Mill. Euro erzielt werden, wie Reichhold heute betonte.

Die bisher letzten Informationen hatten dahingehend gelautet, dass der Postbus zu 100 Prozent (um angeblich 116 Mill. Euro) an die ÖBB verkauft wird und dass sich an der gemeinsamen Gesellschaft dann zu 30 Prozent private Busbetreiber (Dr. Richard, Blaguss, Sab-Tours) beteiligen sollen.

Angst um die Jobs
Vor allem gegen die Privatbeteiligung sowie gegen allfällige Verschlechterungen ihres Dienst- und Besoldungsrechts läuft die Personalvertretung des Postbus Sturm, die bereits mit massiven Streikdrohungen aufgewartet hat. Die Personalvertreter fürchten, dass die privaten Busunternehmen sich die lukrativsten Strecken herauspicken und diese mit billigeren eigenen Chauffeuren befahren würden.

6.5.2002 13:22