Montag, 6. Mai 2002

Saudi-Arabien will Einkomm-Steuer für Ausländer

  • Höhe: 10% ab 3.000 Rial im Monat

Das Königreich Saudiarabien will von ausländischen Investoren, Arbeitern und Angestellten künftig eine zehnprozentige Einkommensteuer fordern. Auf einen entsprechenden Gesetzentwurf einigten sich die Mitglieder des Schura-Rates.

Die Regelung soll für alle Ausländer gelten, ausgenommen Staatsangehörige der Mitglieder des Golf-Kooperationsrats (GCC). Diese zahlen bereits - wie die Saudis selbst - 2,5 Prozent ihres Einkommens als Zakat (islamische Almosen-Steuer).

Grenze 3.000 Rial=875 Euro
Die neue Einkommensteuer soll nach Informationen der Zeitung erst ab einem Monatseinkommen von mehr als 3.000 Rial (rund 875 Euro) erhoben werden. Das Gesetzesvorhaben sieht außerdem eine Senkung der Steuern auf Unternehmensgewinne von 45 auf 30 Prozent vor, um mehr ausländische Investoren anzuziehen.

Das neue Steuergesetz muss noch von der Regierung abgesegnet werden. In Saudiarabien arbeiten rund sieben Millionen Ausländer. Vor allem für Angestellte aus westlichen Ländern, die mit den Lebensumständen in dem "puritanischen" islamischen Königreich oft Schwierigkeiten haben, war die Steuerfreiheit bislang ein Anreiz, um nach Saudiarabien zu gehen.

6.5.2002 12:16