Dienstag, 7. Mai 2002

Egon Bereuter - Österreichs Mann an der WM-Linie

  • Vorarlberger spezialisierte sich 1993
  • WM-Einsätze wahrscheinlich mit Schweizer Urs Meier

Egon Bereuter wird bei der am 31. Mai beginnenden Fußball-Weltmeisterschaft in Südkorea und Japan Österreichs einziger Beitrag sein. Der Vorarlberger setzt mit seinem Einsatz als Schiedsrichter-Assistent die große Tradition österreichischer Referees fort, die zuletzt durch Günter Benkö (u.a. EM-Halbfinale 2000, Cup der Cupsieger-Finale 1999) ein weiteres Highlight erlebt hatte.

Auf einige Höhepunkte in seiner seit 1993 dauernden Karriere als reiner Schiri-Assistent (früher Linienrichter) kann auch Bereuter zurück blicken. So stand der Österreicher neben zahlreichen Partien der Champions-League u.a. beim EM-Vorrundenspiel 1996 im ausverkauften Wembley-Stadion zwischen England und den Niederlanden, beim von Benkö geleiteten Cupsieger-Finale 1999 Lazio Rom gegen Mallorca oder beim europäischen Supercup-Finale 2000 Real Madrid - Galatasaray Istanbul an der Linie.

So wie die Hauptschiedsrichter müssen auch deren Assistenten körperlich voll auf der Höhe sein, was vom Weltverband FIFA u.a. Ende März bei sportmedizinischen Checks in der koreanischen Hauptstadt überprüft wurde. "Ich trainiere vier Mal die Woche, verfolge einen genauen Trainingsplan", berichtet der 38-Jährige, der abseits des Fußball-Feldes als Bankangestellter im Bregenzer Wald tätig ist.

Bereuter spezialisierte sich vor neun Jahren auf die Arbeit an der Linie, zuvor war er als Schiedsrichter in Österreich bis hinauf zur zweiten Leistungsstufe tätig. "Ich war nur ein durchschnittlicher Schiedsrichter, dafür aber ein mehr als brauchbarer Assistent. Da sah ich die Möglichkeit, den Sprung zum Internationalen zu schaffen", nannte Bereuter den Grund für seine Entscheidung. "Schiedsrichter und Linienrichter sind zwei verschiedene Dinge, das darf nicht vermischt werden. Nur durch eine Spezialisierung kann man wirklich gut werden."

Das WM-Abenteuer hat für Bereuter auf Grund diverser Lehrgänge und Tests zwar bereits längst begonnen, so richtig los geht es aber dann am 22. Mai. Denn bereits neun Tage vor dem Start der Endrunde reisen die Unparteiischen Richtung Seoul, um bis zu ihren ersten Einsätzen den Jet-Lag in den Griff zu bekommen. Da Bereuter zu WM-Beginn in Korea stationiert bleibt, wird er dort auch zum Zug kommen. Ehemann Bereuter: "Ich nehme an mit dem Schweizer Urs Meier. Unsere Zusammenarbeit hat zuletzt immer blendend funktioniert."

7.5.2002 13:12