Pakistan startet landesweite Offensive gegen Terror
- Neue Sondereinheit gegen Terrorismus eingerichtet
- Leichen der französischen Arbeiter in Heimat übergeführt

Als Reaktion auf den bisher blutigsten Anschlag gegen Ausländer in Pakistan hat Präsident Pervez Musharraf eine landesweite Offensive gegen den Terrorismus gestartet. Er kündigte am Samstag die Einrichtung einer neuen gerichtsmedizinischen Behörde an, die künftig eine raschere Aufklärung von Terroranschlägen ermöglichen soll.
Um die Offensive besser überwachen zu können, sagte er eine für kommende Woche geplante Auslandsreise nach Algerien, Tunesien und Marokko ab. Aus dem französischen Außenministerium kam unterdessen Kritik an den pakistanischen Stellen im Zusamenhang mit dem Terroranschlag in Karachi, dem elf Franzosen zum Opfer fielen.
Unterdessen wurden die Leichname der elf bei dem Anschlag vom Mittwoch getöteten französischen Arbeiter in ihre Heimat übergeführt. Ein Transportflugzeug vom Typ C-130 mit den Toten an Bord traf am Sonntagmittag im nordwestfranzösischen Cherbourg ein. Zehn der Toten wurden in der Kapelle eines Militärhospitals aufgebahrt, wo ihre Angehörigen von ihnen Abschied nehmen können. Das elfte Opfer wurde auf Wunsch seiner Angehörigen direkt in sein Heimatdorf gebracht. Am Montag wollen Präsident Jacques Chirac, Premier Jean-Pierre Raffarin und Alliot-Marie an einer offiziellen Trauerfeier in Cherbourg teilnehmen.
Bei dem Anschlag in Karachi waren am Mittwoch 14 Menschen getötet worden. Die pakistanische Regierung leitete daraufhin eine Großrazzia gegen islamische Extremisten ein. Innerhalb von zwei Tagen wurden 416 Afghanen festgenommen, wie die Polizei mitteilte. Einige der Verdächtigen hätten bereits eine Beteiligung an Verbrechen zugegeben. Mutmaßlich afghanische Flüchtlinge hatten am Mittwoch nahe Islamabad zwei Polizisten getötet.
Die französische Verteidigungsministerin Michèle Alliot-Marie warf den pakistanischen Behörden am Sonntag im Zusammenhang mit dem Selbstmordanschlag in Karachi Fehler vor. Es sei "offensichtlich ein Fehler gewesen", die Männer alle zusammen an einem Ort unterzubringen und zusammen zur Arbeit fahren zu lassen, sagte Alliot-Marie. Doch sei die Schuldzuweisung in diesem Fall schwierig: "Was sie am meisten fürchteten, waren Entführungen Einzelner."
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