SFOR entdeckt in Bosnien bisher größtes Waffendepot
- Rund 6000 Mörsergranaten unter Tabakfabrik gefunden
Die NATO-geführte Bosnien-Friedenstruppe (SFOR) hat in der südbosnischen Stadt Mostar das bisher größte unterirdische Waffenlager entdeckt. In zugemauerten Kellerräumen unter einer Tabakfabrik im moslemischen Teil der Stadt seien rund 6000 Mörsergranaten entdeckt worden, teilte ein SFOR-Sprecher am Samstag mit.
Die in insgesamt 3000 Kisten gelagerten Waffen seien scharf und würden bei einer Explosion einen mindestens 100 Meter breiten Krater in den Boden reißen. Nach Angaben des Sprechers handelt es sich um den größten Waffenfund seit Ende des Bosnienkriegs 1995.
Der Fund war bereits am Freitag gemeldet worden, das Ausmaß der gelagerten Waffen war zunächst aber lediglich mit "mehr als 160 Kisten Waffenmaterial" angegeben worden. Das Keller-Depot soll nun am Sonntag von Sprengstoffexperten geräumt werden. Vor zwei Wochen waren in einer Textilfabrik des moslemischen Stadtteils von Mostar schon einmal mehr als 4000 Mörsergranaten sowie 850 Kilogramm Schießpulver entdeckt worden, die ohne Wissen der neuen Eigentümer im Keller lagerten.
Nach Angaben des stellvertretenden bosnischen Verteidigungsministers Ferid Buljubasic handelte es sich bei beiden Lagern um illegale Depots aus dem Bosnienkrieg. Sie seien bei der Armee niemals aufgelistet gewesen. Polizei und Staatsanwaltschaft hätten Ermittlungen eingeleitet, hieß es.
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