Haider: Urlaubs-Angebot für 11.September-Opfer
- Kinder nach Kärnten und Friaul-Julisch Venetien eingeladen
- Trotz aufwändiger Präsentation mäßiges Interesse in New York

Zu einem Sommerurlaub in Kärnten und in der Region Friaul-Julisch Venetien hat Kärntens Landeshauptmann Jörg Haider (F) Kinder von Terroropfern des 11. September eingeladen. Trotz aufwändiger Präsentation war das Interesse nur mäßig.
Haider präsentierte am Donnerstagabend in New York bei einer Veranstaltung die beiden benachbarten Regionen. Vom 21. August bis zum 4. September 2002 sollen 140 Kinder und 20 Begleitpersonen zwei Ferienwochen in Österreich und in Italien verbringen. Die Einladung war von Haider bereits im Herbst nach einem Besuch des zerstörten World Trade Centers ausgesprochen worden.
Bei der aufwändigen Präsentation der beiden Urlaubsgebiete mit Filmen der Tourismuswerbung fehlte der noch am Dienstag angekündigte Präsident der Region Friaul-Julisch Venetien, Renzo Tondo, der laut Angaben eines Wirtschaftsvertreters der Region an der Teilnahme verhindert war. Auch der ebenfalls eingeladene Bürgermeister der Stadt Summit in New Jersey, Walter D. Long, den Haider im Herbst getroffen hatte, ließ sich entschuldigen. Sozialminister Herbert Haupt (F), der sich anlässlich des Kindergipfels in New York aufhielt, lobte die Initiative als Beitrag der Solidarität Europas mit den USA. Haider schilderte ausführlich die Vorzüge Kärntens als Kultur-, Natur- und Tourismusland. Die Idee zu den Einladungen sei bei einem Treffen mit Tondo nach dem 11. September entstanden.
Das Interesse bei den Umworbenen an der Veranstaltung im Federal Reserve Building im Süden von Manhattan schien eher mäßig: Neben zahlreichen Medienvertretern und einigen österreichischen Vertretern waren etwa 40 bis 50 Personen, darunter einige Kinder, sowie eine Delegation der New Yorker Polizei gekommen. Der Landeshauptmann umringt von Kindern war ein beliebtes Fotomotiv.
Mehr Interesse an Familien-Urlaub
Polizeileutnant Jay Fagan dankte dem Kärntner Landeshauptmann für die Einladung. Der Bürgermeister von Summit in New Jersey ließ in einem Brief seinen Dank ausrichten. Da die meisten betroffenen Kinder jedoch noch sehr klein seien, wäre man eher an Urlauben für Familien interessiert, erklärte Long. Haider kündigte an, die Zahl der Begleitpersonen für die Kinder noch zu erhöhen. Bisher hätten mehr als 100 Kinder ihr Interesse vermerkt, so der Landeshauptmann.
Die Kinder sollen in Kärnten in der Jugendherberge Cap Wörth am Wörther See untergebracht werden, die zweite Hälfte des Urlaubs könnten sie in Friaul in Italien verbringen. Finanziert wird der Aufenthalt laut Haider vom Land Kärnten und dem Bund gemeinsam, wobei mehrere Unternehmen wie die AUA, Banken und Versicherungen bereits Bereitschaft gezeigt hätten, die Initiative zu unterstützen.
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