FBI arbeitete vor den Terroranschlägen nachlässig
- Bereits im Juni Hinweis auf verdächtige Flugschüler
- FBI-Chef Mueller: "Hätten Anschläge nicht verhindern können"

Die US-Bundespolizei FBI hat eingeräumt, vor den Terroranschlägen vom 11. September einen konkreten Hinweis auf verdächtige Flugschüler vernachlässigt zu haben. Mitarbeiter des FBI-Büros in Phoenix im US-Bundesstaat Arizona hätten die Zentrale in Washington bereits im Juni darauf aufmerksam gemacht, dass eine Reihe angehender Piloten für die Behörde "von Interesse" sein könnte, sagte FBI-Chef Robert Mueller am Mittwoch (Ortszeit) vor dem Justizausschuss des US-Senats.
Er betonte jedoch, das FBI hätte die Anschläge nach dem aktuellen Wissensstand auch dann nicht verhindern können, wenn es den Hinweisen nachgegangen wäre. Keiner der in Phoenix aufgefallenen Flugschüler war nach FBI-Angaben in die Attentate verwickelt.
Die Mitarbeiter in Arizona hatten ihre Vorgesetzten nach Angaben eines FBI-Agenten auch darum gebeten, die Aufenthaltserlaubnis einiger ausländischer Flugschüler zu überprüfen. Die Zentrale sollte eine Liste aller US-Flugschulen erstellen und die Kursteilnehmer vom FBI beobachten lassen. Mueller räumte ein, dass seine Behörde bis zum 11. September dahingehend nichts unternommen habe. Die bisherigen Ermittlungen brachten zudem laut Mueller weder in den USA noch in Afghanistan "ein einziges Stück Papier" zu Tage, das in irgendeiner Form auf die Anschläge hingedeutet hätte.
Der Ausschuss-Vorsitzende Patrick Leahy kritisierte, das Versäumnis des FBI sei nicht damit zu entschuldigen, dass "die Verschwörer zu klug waren, um sich fangen zu lassen". Es dränge sich die Frage auf, ob die Bundespolizei aussagekräftige Informationen "zuverlässig" in ihre Arbeit miteinbeziehe.
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