CIA-Angriff auf Mudschahedin-Führer gescheitert
- Gulbuddin Hekmatyar überlebte Raketen-Anschlag

Der US-Geheimdienst CIA soll Anfang der Woche vergeblich versucht haben, in Afghanistan den Mudschahedin-Führer Gulbuddin Hekmatyar zu töten. Wie die "New York Times" am Donnerstag unter Berufung auf CIA- und Pentagon-Quellen berichtet, habe der Kriegsherr damit gedroht, die Übergangsregierung in Kabul zu stürzen. Am Montag sei von einem unbemannten Flugzeug eine Rakete auf einen Fahrzeug-Konvoi mit Hekmatyar abgefeuert worden. Dieser habe den Angriff jedoch überlebt.
Dem Blatt zufolge war es das erste Mal, dass die USA einen afghanischen Rebellenführer zu töten versuchten, der in keiner Verbindung zu den Taliban oder der Terror-Organisation El Kaida stand. Anfang April war nach Angaben der Interimsregierung in Kabul eine Verschwörung aufgedeckt worden, die sich unter anderem gegen Regierungschef Hamid Karsai und Ex-König Zahir Shah richtete. Über 300 Mitglieder von Hekmatyars einst mächtiger Organisation Hesb-i-Islami wurden festgenommen.
Der frühere afghanische Ministerpräsident Hekmatyar war im Machtkampf der verschiedenen Mudschahedin-Gruppen nach dem Abzug der Sowjettruppen 1989 weitgehend für die Zerstörung der Hauptstadt Kabul verantwortlich. Der Paschtune und fundamentalistische Moslem lebte zuletzt im Iran.
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