Donnerstag, 9. Mai 2002

Anthrax in Poststücken in US-Notenbank gefunden

  • Geringe Spuren des Milzbranderregers nachgewiesen
  • FBI: Geschäftspost ohne verdächtige Merkmale

In der Post der US-Notenbank (Fed) sind Milzbrand-Erreger gefunden worden. Wie die Bank am Donnerstag mitteilte, wurden die Sporen am Dienstag und Mittwoch an rund 20 Postsendungen bei Routine-Untersuchungen festgestellt. Aus Regierungskreisen verlautete jedoch, es sei gut möglich, dass die Testergebnisse falsch seien oder die Verseuchung von früheren Milzbrand-Fällen herrühre. In der Post der Fed waren im Dezember schon einmal Milzbrand-Sporen entdeckt worden.

Im vergangenen Jahr starben in den USA fünf Menschen an Milzbrand, wobei sich die Erreger ebenfalls in Postsendungen befunden hatten.

Wie die Fed weiter mitteilte, gingen die Sendungen in einer Poststelle außerhalb des Fed-Sitzes ein. Die Mitarbeiter hätten Schutzkleidung getragen. Bei den Sendungen handle es sich um gewöhnliche Geschäftspost ohne eines der verdächtigen Merkmale, auf die die Bundespolizei FBI hingewiesen habe. Dem Vernehmen nach waren mehrere der Schreiben an Fed-Chef Alan Greenspan adressiert.

Dow Jones brach kurzfristig ein
"Die Quelle der möglichen Kontamination ist nicht bekannt", hieß es in der Mitteilung der Notenbank weiter. Die Postverteilung in der Notenbank wurde umgehend eingestellt. Die gefundenen Briefe werden nach Angaben der US-Notenbank im Labor weiter getestet. Die Überprüfung der Poststelle habe keine weiteren Anthraxspuren zu Tage gefördert. Der Dow Jones Index brach nach der Bekanntmachung um 70 Punkte ein, erholte sich jedoch anschließend.

Anthrax-Terror nach 11. September forderte fünf Tote
Mehrere mit Anthrax verseuchte Briefe, die bei Politikern und in Medienunternehmen auftauchten, hatten die USA kurz nach den Terroranschlägen im vergangenen September in Angst und Schrecken versetzt. Fünf Menschen starben an dem gefährlichen Lungenmilzbrand, zahlreiche weitere infizierten sich mit dem weniger gefährlichen Hautmilzbrand. Die Behörden haben für die Ergreifung der Täter eine Belohnung von 2,5 Millionen Dollar ausgesetzt. Sie gehen davon aus, dass die Briefe von einheimischen Terroristen verschickt worden sind.

9.5.2002 18:33