Arafat zeigt Verständnis f. Selbstmordattentäter
- FORMAT: Er habe die Anschläge aber stets verurteilt
- Chance auf Frieden? Arafat: "Ich glaube daran"

In einem Exklusiv-Interview mit FORMAT zeigt der Palästinenserpräsident Yasser Arafat Verständnis für die Motive von Selbstmordattentätern: "Was kann man von Menschen erwarten, die permanente Erniedrigung und Besatzung ertragen müssen?" Zugleich betont Arafat aber, daß er die Anschläge stets verurteilt habe. Arafat weist auch den Vorwurf ab, er hätte EU-Gelder für die Unterstützung der Selbstmordattentäter verwendet: "Es gibt keinen einzigen Beweis, den die Israelis vorweisen können. Das sind alles große Lügen und Propaganda."
Überzeugt zeigt sich Arafat in dem Interview, daß es trotz der vierwöchigen Belagerung seines Quartiers in Ramalah immer noch eine Chance auf Frieden gibt: "Ich glaube daran. Weil ich weiß, daß die Mehrheit der Israelis den Frieden will." Um den Friedensprozeß zu beschleunigen würde er sich aber eine Vermittlerpersönlichkeit vom Schlage eines Bruno Kreisky wünschen: "Leute mit solch einem internationalen Format sind heute selten. Es bräuchte einen neuen Kreisky. Ohne Zweifel würde das für uns alles viel einfacher machen."
Scharfe Kritik übt Arafat indessen an Israels Premier Ariel Scharon und seiner Weigerung, Verhandlungen zu führen: "Warum nimmt sich Scharon das Recht, mich als gewählten Präsidenten abzulehnen. Entweder meint er das nicht ernst oder er behandelt uns so als ob wir nicht unter seiner Herrschaft stehen."
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