Rektoren kämpfen weiter gegen Medizin-Unis
- "Sachargumente auf unserer Seite"

Die Rektoren der Universitäten Wien, Graz und Innsbruck kämpfen weiter gegen die Umwandlung ihrer Medizinischen Fakultäten in eigene Universitäten. Die Diskussion darüber sei noch nicht abgeschlossen, betonten Georg Winckler (Uni Wien), Lothar Zechlin (Uni Graz) und Hans Moser (Uni Innsbruck) am Mittwoch Nachmittag in einer Aussendung. Man wisse die Sachargumente "auf unserer Seite".
Unterdessen hat sich die medizinische Fakultät der Uni Innsbruck klar gegen die Schaffung eigener Medizin-Unis ausgesprochen. Uneinigkeit herrschte über die Interpretation des Abstimmungsergebnisses an der Wiener Medizin-Fakultät.
Die medizinischen Fakultäten der drei Universitäten haben bei Abstimmungen über ein von den Rektoren und Medizin-Dekanen vorgelegtes Alternativ-Modell, das den Verbleib der Fakultäten an den Stammuniversitäten vorsieht, keine einheitliche Linie verfolgt. So hat sich das Medizin-Fakultätskollegium der Uni Graz bereits im April mit Zwei-Drittel-Mehrheit für die Schaffung eigener Medizin-Universitäten ausgesprochen und sieht keinen Grund für ein neuerliches Votum. An der Uni Innsbruck haben sich heute hingegen die Gegner einer Ausgliederung mit 33 gegen vier Stimmen durchgesetzt.
Mediziner der Uni Wien gespalten
Gespalten sind die Mediziner an der Uni Wien: Die entsprechende Abstimmung über das von den Rektoren und Dekanen vorgelegte Alternativ-Modell endete praktisch mit eine Patt. 19 Kollegiums-Mitglieder sprachen sich für den Verbleib bei der Stammuniversität aus, 18 dagegen, ein Mitglied enthielt sich.
Damit erhielt das Alternativ-Modell nicht die erforderliche Mehrheit von 20 Stimmen, was zu unterschiedlichen Interpretationen führte. Der Vorsitzende des Fakultätskollegiums, Eduard Auff, hatte am Montag in einer Aussendung unter dem Titel "Medizinische Fakultät der Universität Wien stimmt dem Vorschlag der Rektoren und Dekane nicht zu" erklärt, dass die Alternativ-Variante "nicht die erforderliche Stimmenmehrheit erhalten hat, wenngleich das Ergebnis sehr knapp war". Der Vorstand der Universitätsklinik für Innere Medizin III, Werner Waldhäusl, schrieb die Ablehnung hingegen der Wahlarithmetik zu und betonte, dass die Fakultät in der Sache unentschieden sei. Auch die Rektoren erklärten, dass das Ergebnis des Votums nur auf Grund der Stimmenthaltung "als Ablehnung interpretiert" worden sei.
Neues UG: Medizinische Fakultäten werden eigene Unis
Im Entwurf eines neuen Universitätsgesetzes (UG) ist vorgesehen, dass die drei medizinischen Fakultäten in eigene Medizin-Unis umgewandelt werden. Diese wären durch ein gemeinsames "Dach" mit ihren ehemaligen "Mutter-Universitäten" verbunden.
Die Rektoren und Dekane haben in ihrem Modell hingegen die Verankerung der Fakultäten im UG sowie die Einräumung eigener Rechtsfähigkeit vorgeschlagen. Außerdem sollten die Fakultäten Budget- sowie Organisationsautonomie erhalten und somit eigene Leistungsvereinbarungen mit dem Ministerium abschließen können. Dienstherr des Personals wäre der Rektor der Gesamt-Universität geblieben, wobei den Medizinern aber ein Vorschlagsrecht für ihr Personal zugekommen wäre - der Rektor hätte diesen Vorschlägen nur zustimmen bzw. sie ablehnen können.
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