Gesundheits-Guru in Gars am Kamp beigesetzt
- NEWS: Andrea Zauner-Dungl spricht über ihren Vater
- Wie der Fitness-Papst von Zigaretten und Dialysegerät loskam

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Abschiedsworte für Willi Dungl
·Willi Dungl
Gesundheit & Sport waren sein Leben
Etwa 2.000 Menschen haben am Donnerstag in Gars am Kamp Abschied von Willi Dungl genommen. Nach der Messfeier im Kurpark wurde der am 1. Mai an den Folgen eines Herzinfarktes verstorbene "Gesundheitspapst" auf dem Friedhof der Marktgemeinde beigesetzt.
Landeshauptmann Erwin Pröll (V) würdigte den Verstorbenen als Mensch, der die Kamptaler Marktgemeinde "auf die Weltkarte der Gesundheit geschrieben" habe. "Willi von Gars", wie er den Freund nannte, sei eine Ausnahmeerscheinung gewesen. Er habe auch "Niederösterreich zu einem Pionierland im Gesundheitstourismus gemacht". Die Mission Dungls habe "helfen, heilen und gesund machen" gelautet - und das"mehr im Geheimen als im Lauten", so der sichtlich bewegte Landeshauptmann, der wie viele andere Trauergäste mit den Tränen zu kämpfen hatte.
Palmers-Chef Rudolf Humer dankte im Namen des großen Freundeskreises von Dungl, "dass du uns ein Stück deines Lebensweges mitgehen hast lassen". Das sei "Reichtum" gewesen und werde es auch bleiben. Dungl werde in seiner Familie und seinen Mitarbeitern weiter leben und daher "für uns unsterblich" bleiben.
Die Trauer über den Verlust des Ehrenbürgers war am Donnerstag bei jedem Schritt durch Gars spürbar. Kaum ein lautes Wort war zu hören. Immer mehr Menschen - viele von ihnen extra angereist - machten sich ab Mittag auf den Weg in den Kurpark, um Abschied zu nehmen. Dungl war dort - unmittelbar vor dem erst vor einem Monat eröffneten so genannten China-Zentrum - aufgebahrt worden. Die Messfeier selbst war für 14.00 Uhr angesetzt.
Willi Dungl starb mit 64 Jahren an einem Herzinfarkt. Seine Tochter und Firmen-Nachfolgerin Andrea spricht in NEWS exklusiv über das lange Leiden des Gurus. Er ordnete seine Angelegenheiten so still wie alles in seinem Leben. Als hätte er etwas geahnt, wollte Willi Dungl sein Gesundheitsimperium in Gars am Kamp im Juli an Tochter Andrea, 40, übergeben. 65, so befand er, sei ein gutes Alter für die Pension. Am 1. Mai brach der Mann, der eine Nation das gesunde Leben gelehrt hatte, mit Herzinfarkt zusammen.
Das Dungl-Imperium:
+ 1965 startete Willi Dungl als Fußpfleger und Masseur. Innerhalb kurzer Zeit war das Unternehmen in Wien expandiert.
+ 1986 errichtete er das Biotrainingszentrum in Gars am Kamp.
+ 2000 Start der Markenprodukte Willi Dungl: Kräutertees, Obst-, Gemüsesäfte, Snacks und Körperpflegelinie. Umsatz: mehrere Millionen Euro im Jahr.
+ 2001 Eröffnung des Sport- und Aktivhotels in Gars. Das Stammhaus in Wien wird der jüngeren Tochter Claudia, 37, unterstellt.
+ 2002 Fertigstellung des China-Zentrums in Gars am Kamp für seine Tochter Andrea.
Im NEWS-Interview spricht seine Tochter und Nachfolgerin Andrea Zauner-Dungl, Fachärztin für physikalische Medizin, erstmals über die Krankheiten ihres Vaters. Wie er eine Nierentransplantation überstand und wie der ehemalige Kettenraucher und Dialysepatient zum Fitnesspapst wurde.
NEWS: Was ist Ihr Vater für Sie?
Zauner-Dungl: Er war ein wunderbarer Mensch, der es geschafft hat, trotz seiner enormen beruflichen Tätigkeit eine intensive Beziehung zu seinen Kindern aufzubauen. Er war immer für uns da, wenn wir Probleme hatten. Und je weiter er weg war, desto öfter hat er mit uns telefoniert.
NEWS: Hat er Sie seine Art zu leben gelehrt?
Zauner-Dungl: Er hat uns gelehrt, die positiven Dinge zu finden, auch wenn es im Leben noch so schwer ist. Wir denken auch in diesen schweren Stunden daran.
NEWS: 64 Jahre sind kein hohes Alter, und schon gar nicht für einen wie Ihren Vater, der als Fitnesspapst galt. Wie sehen Sie das als Ärztin?
Zauner-Dungl: Medizinisch betrachtet kann man sagen, er hat nicht ein Leben gehabt, sondern viele Leben. Wenn man das Überwinden von Infektionen, Dialyse und Operationen hochrechnet, ist er hundert geworden, und dafür muss man auch dankbar sein. Der Herzinfarkt war eine Spätfolge einer viralen Infektion aus dem Kongo in den sechziger Jahren, durch die seine Nieren angegriffen wurden.
NEWS: Ihr Vater war lange Zeit Kettenraucher. Hat er gar nicht so gesund gelebt, wie er es gelehrt hat?
Zauner-Dungl: Mein Vater ist ein Mensch gewesen, der gerne Spaß am Leben hatte. Er hat auch bei Festen ein oder zwei Gläser Wein getrunken, aber das Rauchen war sicher eines seiner größten Probleme. Dafür war er bekannt. Besonders bei Wettkämpfen wo der größte Zigarettenhaufen gelegen ist, wusste man, dort ist er gesessen. Aber als seine Nierenkrankheit ausgebrochen ist, hat er sofort mit dem Rauchen aufgehört. Das war vor 24 Jahren.
Lesen Sie im neuen NEWS das ganze Interview und wie Willi Dungl schließlich sein Leben umgestellt hat!
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