Dienstag, 7. Mai 2002

Krawalle in Belfast dauern an

  • Mehr als 40 Verletzte

In der nordirischen Hauptstadt Belfast ist es in der Nacht zum Mittwoch erneut zu Krawallen zwischen Katholiken und Protestanten gekommen. Nach Angaben"der Polizei wurden dabei Molotow-Cocktails und andere Sprengsätze geworfen.

Als Polizisten und Soldaten einschritten, um die rivalisierenden Gruppen zu trennen, richtete sich die Gewalt gegen sie. Über Verletzte wurde nichts bekannt. In der Nacht zum Sonntag waren bei Straßenschlachten in Belfast 28 Polizisten und zehn Zivilisten verletzt worden.

Insgesamt gab es bei den seit Samstag andauernden Unruhen mehr als 40 Verletzte, die meisten davon Polizeibeamte. Die Dunkelziffer der verletzten Zivilisten liege aber weit höher, da viele nicht ins Krankenhaus gingen, um strafrechtliche Verfolgung zu vermeiden, erklärte die Polizei.

Der protestantische Bürgermeister von Belfast, Jim Rodgers, rief die Polizei auf, nicht nur Plastikgeschosse einzusetzen, um die Banden auseinanderzutreiben, sondern auch Wasserwerfer. Das Wasser sollte eingefärbt werden, um die Anführer der Krawalle kenntlich zu machen.

Laut Behörden waren die Unruhen in der für gewalttätige Zusammenstöße bekannten Gegend um die Limestone Road am Samstag ausgebrochen. Beide Seiten beschuldigten sich gegenseitig, angefangen zu haben. Am Samstag hatte das das schottische Fußballderby zwischen den von den Protestanten bevorzugten Glasgow Rangers und den von den Katholiken favorisierten Glasgow Celtics eine Welle von Unruhen in Nordirland ausgelöst.

7.5.2002 07:46