Freitag, 3. Mai 2002

Österreich: Forschungsquote steigt auf 1,95 Prozent

  • Etappenziel 2,0 Prozent verfehlt

Für Forschung und experimentelle Entwicklung (F&E) werden in Österreich in diesem Jahr voraussichtlich 4,2 Mrd. Euro ausgegeben. Das ist um 4,6 Prozent mehr als 2001. Dies geht aus den neuesten Schätzungen der Statistik Austria hervor, die am Freitag veröffentlicht wurden. Der Anteil der österreichischen F&E-Ausgaben am Bruttoinlandsprodukt, die so genannte Forschungsquote, liegt damit bei 1,95 Prozent - und bleibt hinter den politischen Zielsetzungen - 2,0 Prozent im Jahr 2002 als Zwischenziel für die Erreichung von 2,5 Prozent im Jahr 2005 - zurück.

Statistik Austria hat im Zuge der Schätzung auch die Forschungsquote für 2001 deutlich nach oben revidiert. War man in der Schätzung des Vorjahres noch von F&E-Ausgaben in Höhe von 1,83 Prozent des BIP ausgegangen, wird nun die Quote mit des Jahres 2001 mit 1,91 angegeben. Als Grund dafür nennen die Experten von Statistik Austria das "mehrfach nach unten revidierte BIP".

Von den gesamten Forschungsausgaben des laufenden Jahres kommen 42,1 Prozent (1,78 Mrd. Euro) von der öffentlichen Hand (v.a. Bund und Bundesländer) und 39 Prozent ( 1,65 Mrd. Euro) von der Wirtschaft. 18,6 Prozent werden vom Ausland (vor allem Forschungsausgaben von mit heimischen Firmen verbundenen europäischen Unternehmen, die Österreich zum Forschungsstandort gewählt haben) sowie 0,3 Prozent vom privaten gemeinnützigen Sektor finanziert. Die Forschungsaufwendungen des Bundes belaufen sich Statistik Austria zufolge auf voraussichtlich 1,46 Mrd. Euro (34,5 Prozent), jene der Bundesländer auf 268 Mill. Euro (6,3 Prozent) und jene anderer öffentlicher Finanzierungsquellen (Gemeinden, Kammern, Sozialversicherungsträgern) auf 51 Millionen Euro (1,3 Prozent).

Von den rund 509 Mill. Euro, die die Regierung als Forschungssondermittel für die laufende Legislaturperiode zur Verfügung gestellt hat, wurden von Statistik Austria nur jene Mittel in die Schätzung aufgenommen, die in den Jahren 2001, 2002 und 2003 der Forschung tatsächlich zufließen sollen. Dies sind den Statistikern zufolge im Vorjahr 130,2 Mill. Euro, 2002 218 Mill. Euro und im kommenden Jahr etwa 160 Mill. Euro.

In den vergangenen zehn Jahren stiegen die gesamten F&E-Ausgaben um 83,1 Prozent. Sie sind damit - trotz einer deutlichen Verlangsamung des Wachstums Ende der neunziger Jahre - mehr als doppelt so rasch als das BIP gewachsen, das nominell von 1993 bis 2002 um 37,5 Prozent gestiegen ist. Die Forschungsausgaben des Bundes sind seit 1993 um 52,2 Prozent gewachsen, In den letzten zehn Jahren liegt der Finanzierungsanteil der öffentlichen Hand mit einem Gesamtzuwachs von 60,6 Prozent deutlich vor jenem der Wirtschaft mit einem Plus von 45,8 Prozent.

In den vergangenen Jahren lag die durchschnittliche jährliche Wachstumsrate bei den Forschungsausgaben des Bundes mit Plus 7,3 Prozent weit vor jener der Wirtschaft mit Plus 3,8 Prozent. Als Ursache dafür nennt Statistik Austria die nach wie vor andauernde rezessive Entwicklung der Wirtschaft um die Jahrtausendwende, die im Unternehmenssektor viel rascher als im öffentlichen Bereich einen massiven Einbruch der Finanzierung der F&E-Ausgaben nach sich zog.

Im internationalen Vergleich hat Österreich lat Statistik Austria mit seiner Forschungsquote zum Durchschnitt der Mitgliedstaaten der EU aufgeschlossen. Die neuesten Vergleichsdaten (1999) zufolge beträgt diese Kennzahl sowohl für den EU-Durchschnitt als auch für Österreich jeweils 1,86 Prozent. Der OECD-Durchschnitt betrug in diesem Jahr 2,21 Prozent.

3.5.2002 12:22