Freitag, 3. Mai 2002

Schwache Autokonjunktur trifft VW hart

  • Optimismus für Gesamtjahr

Die schwache Autokonjunktur hat den neuen VW- Chef Bernd Pischetsrieder ausgebremst. Der Wolfsburger Konzern verbuchte im ersten Quartal 2002 bei spürbarem Umsatzrückgang zweistellige Einbrüche bei Vorsteuerergebnis und Gewinn. Gleichzeitig verlor das Unternehmen nahezu weltweit Marktanteile, behauptete aber in Deutschland wie in Westeuropa die Marktführerschaft.

Für das gesamte Geschäftsjahr zeigte sich VW optimistisch, bei einer Belebung in den USA und Westeuropa Anfang des zweiten Halbjahres das Vorsteuerergebnis 2001 von 4,4 Mrd. Euro zu halten.

Nach VW-Angaben vom Freitag ging der Umsatz in den ersten drei Monaten um 5,4 Prozent auf knapp 21,27 Mrd. Euro zurück. Davon wurden 73,6 (Vorjahreszeit: 72,1) Prozent im Ausland erzielt. Bis auf die Finanzdienstleistungen waren alle Geschäftssparten von der rückläufigen Entwicklung betroffen, verbuchten aber durchgängig positive operative Ergebnisse. Der Umsatz habe unter anderem wegen des "Trends zu höherwertigen Fahrzeugen und Ausstattungen" weniger stark als der Gewinn verloren, der um 24,4 Prozent auf 627 Mill. Euro absackte.

Das Ergebnis vor Steuern lag mit 997 Mill. Euro um 19,9 Prozent unter dem Vorjahresniveau, aber über dem vierten Quartal 2001. Ohne Währungsabwertung und Restrukturierungskosten in Argentinien wären es 1,05 Mrd. Euro gewesen. Das Ergebnis wurde auch durch höhere Vertriebskosten geschmälert, die vor allem durch Aufwendungen im US-Markt um 83 Mill. auf 1,74 Mrd. Euro stiegen. Sie liegen laut VW aber weiter unter dem Niveau der Wettbewerber.

Der Konzern setzte mit 1,181 Mill. Fahrzeugen 13 Prozent weniger als vor Jahresfrist an die Händler ab. Gleichzeitig wurden aber etwa ebenso viele Fahrzeuge verkauft, so dass der Lagerbestand nicht zunahm. Die Produktion lag mit 1,22 Mill. Fahrzeugen rund 13,8 Prozent unter der des Vorjahreszeitraums.

Der Weltmarktanteil von VW ging von 11,9 auf 11,5 Prozent zurück, in Westeuropa von 18,5 auf 17,4 Prozent. Am deutschen Markt verlor VW von 30,4 auf 29,3 Prozent. Das Unternehmen wies darauf hin, dass sich die neuen Modelle von VW-Polo und Seat-Ibiza noch in der Markteinführung befänden und daher bei den Zulassungszahlen noch nicht das Vorjahresniveau erreichen konnten. In den USA wurden in den ersten drei Monaten mit knapp 153.000 Fahrzeugen 4,2 Prozent mehr ausgeliefert.

3.5.2002 10:57